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Polizisten führen nach einer Drogen-Razzia in Mannheim einen  Flüchtling ab (Symbolfoto).

Unbequeme Erkenntnisse

Die Wahrheit über die Flüchtlingskriminalität - Experte fordert Konsequenzen

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Sind Zuwanderer krimineller als schon länger in Deutschland lebende Menschen? Eine neue Studie legt nahe, dass vor allem junge Männer aus Nordafrika ohne Bleibeperspektive eine auffällige Gruppe sind. Was kann der Staat tun?

München - Eine Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums zeigt, dass der Flüchtlings-Zuzug zwischen 2014 und 2016 zu einem deutlichen Anstieg von Gewalttaten geführt hat. Die Zahlen beziehen sich zwar auf Niedersachsen, doch laut den Autoren steht das Land repräsentativ für ganz Deutschland. Während Kriegsflüchtlinge aus Syrien, Irak oder Afghanistan sich im Allgemeinen sehr angepasst verhielten, fallen Zuwanderer aus Tunesien, Algerien oder Marokko, die nicht bleiben dürfen, mit einem hohen Anteil an den Straftaten auf. Sie stellten 2016 zwar nur 0,9 Prozent der registrierten Flüchtlinge, aber 17,1 Prozent der Tatverdächtigen. Bei 13 Prozent der Gewaltdelikte sind Asylbewerber die Tatverdächtigen. Bei 90 Prozent der Tötungsdelikte und drei Viertel der schweren Körperverletzungen durch Flüchtlinge waren die Opfer ebenfalls Flüchtlinge. 

Bei Raub­delikten waren die Opfer dagegen zu 70 Prozent Deutsche. Auch bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung dominieren mit 58,6 Prozent deutsche Opfer – was laut den Autoren auch damit zusammenhängt, dass nicht-deutsche Opfer die Taten oft nicht anzeigen. Die Redaktion sprach mit einem der Autoren der Studie, Prof. Christian Pfeiffer.

10,4 Prozent mehr Gewalttaten, die zu 92,1 Prozent auf das Konto von Flüchtlingen gehen: Bedeuten diese Zahlen, dass Flüchtlinge generell krimineller als Bundesbürger sind?

Prof. Christian Pfeiffer, Kriminologe, Co-Autor der Studie erklärt, warum vor allem junge Männer aus Marokko, Algerien oder Tunesien Probleme machen.

Prof. Christian Pfeiffer, Kriminologe: Flüchtlinge befinden sich in einer komplett anderen Lebenssituation und sind vor allem in der Zusammensetzung völlig anders als die Bundesbürger: Bei uns sind neun Prozent der Menschen junge Kerle im Alter zwischen 14 bis 30. Diese Gruppe ist zuständig für die Hälfte aller Gewaltdelikte in Deutschland. Und dann kommen auf einmal Flüchtlinge – und da sind 27 Prozent junge Kerle. Bei den aus Nordafrika ohne Chance auf ein Bleiberecht Kommenden sind sogar die Hälfte junge Männer. Logisch, dass die deutlich gewalttätiger sind. Es ist so, wie wenn sie 100 Frauen mit 100 Männern vergleichen – Frauen begehen kaum Straftaten, die jungen Männer sind potenziell hochgefährlich, unabhängig von der Herkunft.

Was bedeutet das für die Forderungen, Familiennachzug zu stoppen?

Pfeiffer: Frauen zivilisieren die Männer enorm. Je höher die Frauenquote in einer Flüchtlingsgruppe, desto niedriger ist die Gewaltrate der Männer. Aber Familiennachzug ist für die aus kriminologischer Sicht problematischen Männer aus Nordafrika oder Pakistan kein Thema, weil die ja nicht bleiben sollen.

Welche Konsequenzen sollte die Politik aus diesen Zahlen ziehen? Mehr abschieben?

Pfeiffer: Das wird kaum gelingen. Das Abschieben ist ein sehr komplexes, schwieriges Programm. Wir haben im gesamten letzten Jahr 22.000 Leute abgeschoben, aber wir haben 327.000 Leuten gesagt: Rote Karte, ihr könnt hier nicht bleiben. Diese Diskrepanz zeigt: Abschiebung allein kann keine Lösung für das Problem der Verlierer unseres Flüchtlingsprozesses sein. Wir können dankbar sein, dass die Kriegsflüchtlinge aus Syrien, Irak oder Afghanistan im Verglich extrem wenig Gewalttaten begehen und alles tun, dass sie sich gut integrieren. Aber wir müssen mit Sorge auf die große Zahl der Flüchtlinge aus Ländern wie Marokko, Algerien oder Tunesien sehen, die hier nicht bleiben dürfen und deshalb keinerlei Zukunftsperspektive sehen.

Was wäre dann eine Lösung?

Pfeiffer: Wir haben 35 Milliarden mehr Steuern eingenommen, als der Staat ausgegeben hat. Es wäre jetzt Zeit, einen Teil dieser Gelder, wenigstens eine Milliarde, für ein riesiges Enwicklungsprogramm einzusetzen für die Länder, aus denen die Flüchtlinge kommen, die wir nicht behalten wollen: nordafrikanische Länder, einige schwarzafrikanische Staaten, Pakistan. Nur wenn wir denen Geld geben, werden die genügend Bereitschaft zeigen, ihre Landsleute zurückzunehmen. Innenminister Thomas de Maizière hatte ja die nordafrikanischen Länder besucht, dort aber nichts erreicht, weil er nicht mit vollen Taschen, sondern nur mit klugen Argumenten gekommen ist. Das reicht nicht.

Und was können wir für die Flüchtlinge tun, die jetzt da sind?

Pfeiffer: Wir tun ja schon das Richtige, und es wirkt. Die Kriegsflüchtlinge, denen wir Chancen bieten, tun alles, um sich hier gut zu integrieren und nicht durch kriminelle Taten aufzufallen. Sie bekommen Sprachkurse und zivilgesellschaftliche Unterstützung, sie machen Praktika. Aber natürlich können wir hier auch noch besser werden. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge beispielsweise fallen oft ins Nichts, wenn sie 18 werden, weil sich dann keiner mehr um sie kümmert. Hier das Jugend­programm über 18 hinaus fortzusetzen, wäre richtig – für die Flüchtlinge mit Bleibeperspektive.

Welche Rolle spielt die islamische Kultur bei der Kriminalität, etwa bei sexuellen Missbrauchsdelikten?

Pfeiffer: Da geht es nicht um die Religion, sondern eher um die Kultur der männlichen Dominanz. Man sieht es ja an den Unterschieden: Die Kriegsflüchtlinge verhalten sich brav und angepasst – das sind auch Muslime. An der Religion kann es nicht liegen, sondern an den Zukunftschancen. Aber die haben wir nicht endlos zu vergeben. 

Interview: Klaus Rimpel

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