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Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) spricht neben seiner Frau Stephanie am Sonntagabend in Kulmbach (Oberfranken) auf einer CSU-Wahlparty.

CSU vertagt Personaldebatte um Seehofer

Wann übernimmt zu Guttenberg?

München - Der Fall der Christsozialen geht ungebremst weiter. Rückt jetzt Shooting Star Karl-Theodor zu Guttenberg an die Spitze der Partei?

Das Abrutschen der CSU bei der Bundestagswahl beschäftigt die Parteiführung – und die Basis. Horst Seehofer ist es nicht gelungen, die Stimmung im Freistaat nachhaltig für seine Partei zu gewinnen. Das gute Ergebnis bei der Europawahl war offenbar nur ein Ausrutscher nach oben. Unter Seehofer hat die Partei an Glaubwürdigkeit verloren, die könnte Shooting-Star zu Guttenberg wieder gewinnen. Doch so lange die Koalitionsverhandlungen laufen, will man sich keine Personaldebatte leisten.

Superstar zu Guttenberg: Seine besten Bilder

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Als „völlig unbefriedigend“ analysierte Münchens CSU-Chef Otmar Bernhard in der Parteivorstands-Sitzung nach der Wahl das Ergebnis. „Wir sind noch mal abgesoffen, obwohl wir nicht wie bei der Landtagswahl gegen die Freien Wähler angetreten sind.“

Der ehemalige Finanz-Staatssekretär und Passauer Landrat Franz Meyer sagt: „Wir haben ein großes Glaubwürdigkeitsproblem!“ Nur jeder vierte Wähler traut nach einer Umfrage der Seehofer-CSU noch über den Weg.

Bernhard fordert: „Das verlorene Vertrauen müssen wir wieder gewinnen.“ Wie, das lässt er offen. Er stellt allerdings nüchtern fest: „Nach der Landtagswahl gab es personelle Schuldzuweisungen.“ Und Fakt ist, dass nach diesem CSU-Debakel Günther Beckstein und Erwin Huber zurücktreten mussten…

Dass Seehofer im Parteivorstand das schlechte Ergebnis als „strukturelle Niveauabsenkung“ der Volksparteien interpretierte, reicht der Basis als Erklärung nicht aus. Ein Präsidiumsmitglied zur tz: „Er war es doch, der immer 50 plus X als Wahlziel postuliert hat.“

Im Gegensatz zu Seehofer scheint Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nicht nur das Vertrauen der Wähler zu genießen. In seinem Heimatwahlkreis Kulmbach holte er 68,1 Prozent der Erststimmen.

Der niederbayerische CSU-Chef Manfred Weber fordert bereits eine „federführende Rolle“ für Guttenberg bei den Koalitionsverhandlungen. Weber wünscht sich auch eine inhaltliche Besinnung der CSU „zurück zu den Wurzeln“.

Und Landrat Meyer sagt: „Zu Guttenberg ist schon jetzt die Speerspitze der CSU in Berlin.“ Wann der Bundeswirtschaftsminister der neue starke Mann der CSU wird? Während der Koalitionsverhandlungen herrscht Burgfrieden. Schließlich will man in Berlin als geschlossene Partei auftreten.

CSU-Eminenz Peter Gauweiler sagt auf die Personalfrage angesprochen zur tz: „Fragen Sie mich in vier Wochen. Und schauen sie mal, was wir in Berlin durchgeklopft haben.“

Johannes Welte

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