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Mehr als 100.000 Gewerkschafter demonstrieren am Samstag  in der polnischen Hauptstadt Warschau gegen die liberale Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk.

Rücktritt von Tusk gefordert

Polen: 100.000 demonstrieren gegen Regierung

Warschau - Mehr als 100.000 Gewerkschafter haben am Samstag in der polnischen Hauptstadt Warschau gegen die liberale Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk demonstriert.

"Wir fordern Tusks Rücktritt", sagte Marek Lewandowski, Sprecher der Gewerkschaft Solidarnosc, die gemeinsam mit zwei weiteren Gewerkschaften zu den Protesten aufgerufen hatte. Dies sei "die einzige Möglichkeit, die Sozialpolitik in Polen zu ändern".

Konkret fordern die Gewerkschaften ein gesetzliches Renteneintrittsalter von 65 statt 67 Jahren. Zudem verlangen sie einen höheren Mindestlohn und mehr Arbeitnehmerrechte.

"Wir haben genug von der Verachtung der Machthabenden für die Welt der Arbeiter!", sagte Solidarnosc-Chef Piotr Duda. Der Chef der Gewerkschaft OPZZ, Jan Guz, sagte, die Kundgebung sei das "letzte Alarmglöckchen" für die Regierung. Die Behörden gaben die Teilnehmerzahl der Kundgebung in Warschau mit 100.000 an, die Solidarnosc sprach von 150.000. Ein Großteil der Kundgebungsteilnehmer war mit Bussen aus Schlesien und Danzig angereist.

14 Meter! Mega-Statue von Papst Johannes Paul II. in Polen

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Bereits in den vergangenen Tagen hatte es in Warschau Demonstrationen gegen Tusk gegeben. An einem ersten Protest am Mittwoch nahmen nach Angaben der Organisatoren rund 23.000 Menschen teil, die Behörden sprachen von 15.000 Teilnehmern.

Nach einer langen Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs ist in Polen in den vergangenen Monaten eine Stagnation eingetreten. Die Koalition um Tusks Bürgerplattform leidet unter einer schleichenden Erosion der Macht, sie verfügt nur noch über eine hauchdünne Mehrheit der Sitze im Parlament.

AFP

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