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Nach dem Tod von Helmut Kohl wird über seine Ehrung verhandelt.

Ehrung des Altkanzlers

Warum es wohl keinen deutschen Staatsakt für Helmut Kohl geben wird

Nach dem Tod von Altkanzler Helmut Kohl wird darüber beraten, wie Deutschland und Europa offiziell Abschied von ihm nehmen. Einen Deutschen Staatsakt wird es wohl nicht geben.

Berlin - Drei Tage nach dem Tod von Altkanzler Helmut Kohl (CDU) ist am Montag weiter darüber beraten worden, in welcher Form Deutschland und Europa offiziell Abschied von ihm nehmen. Es stehe für die Bundesregierung "außer Frage, dass zu seinem Tod höchste Ehrungen angemessen" seien, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Wann und an welchem Ort sei aber "noch in Klärung".

Kohl war am Freitag im Alter von 87 Jahren gestorben. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte am Wochenende ins Gespräch gebracht, Kohl als ersten Politiker überhaupt mit einem europäischen Staatsakt zu ehren. Die Zeremonie könnte nach Medienberichten innerhalb der nächsten beiden Wochen im Europaparlament im französischen Straßburg stattfinden. 

Ehrung als „deutscher Europäer“

Die Bild-Zeitung berichtete am Montag, es solle ausschließlich einen europäischen und keinen weiteren nationalen Staatsakt in Deutschland geben. Es sei Kohls ausdrücklicher Wunsch gewesen als „deutscher Europäer und europäischer Deutscher“ geehrt zu werden, meldete das Blatt und zitierte dabei einen Vertrauten Kohls. 

Allerdings hinge die Entscheidung gegen einen deutschen Staatsakt auch damit zusammen, wie die Nachfolgeregierung mit Helmut Kohl nach seinem Ausscheiden aus dem Bundeskanzleramt umgegangen sei, heißt es weiter. Im Herbst 1998, kurz bevor Gerhard Schröder das Kanzleramt von Helmut Kohl übernahm, warf die rot-grüne Regierung dem Altkanzler vor, dass im Kanzleramt Unterlagen vernichtet worden seien. Die anschließenden Ermittlungen wurden allerdings eingestellt.

Die Bild nennt in ihrem Bericht auch noch einen dritten, praktischen Grund gegen einen deutschen Staatsakt: Demnach hätte Kohls-Witwe, Maike Kohl-Richter, sehr genaue Vorstellungen von dem Ablauf eines solchen Staatsaktes gehabt, die dem üblichen Protokoll eines offiziellen deutschen Staatsaktes entgegengelaufen wären.

Europäischer Staatsakt in Straßburg?

Ein Datum für einen europäischen Staatsakt steht noch nicht fest. Im Gespräch ist der 1. Juli. Kohls Witwe Maike Kohl-Richter stehe in Kontakt mit EU-Kommissionschef Juncker, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Thomas de Maizière (CDU), berichtet die afp. Einen deutschen Staatsakt könnte nur das Bundespräsidialamt von Frank-Walter Steinmeier veranlassen. Dort hieß es, dass die Feiern sich "an den Wünschen der Familie" orientieren sollten. Dazu fänden derzeit Gespräche statt.Zuständig für die Planung und Umsetzung eines deutschen Staatsaktes wäre allerdings das Innenministerium. Aktuell wird der Leichnam Helmut Kohls in seinem Wohnhaus in Ludwigshafen aufgebahrt.

Kohl gilt als Architekt der deutschen Einheit sowie des Zusammenwachsens Europas. Der Bild am Sonntag zufolge könnte die europäische Feier in Straßburg mit einer öffentlichen Totenmesse im Dom zu Speyer in Deutschland verbunden werden. Nach dem europäischen Staatsakt in Straßburg könnte Kohls Sarg demnach mit dem Schiff über den Rhein ins rheinland-pfälzische Speyer gebracht werden. In dem Dom hatte 2001 auch der Trauer-Gottesdienst für Hannelore Kohl stattgefunden - die erste Ehefrau des Altkanzlers. 

dpa-Video: Besondere Ehren für Helmut Kohl

afp/rjs/SnackTV

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