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Der Grüne Erhard Grundl antwortete der AfD auf Oberpfälzisch

Skurrile Retourkutsche im Bundestag

„Was ist mit Oberpfälzisch?“: Abgeordnete kontern AfD-Antrag mit geballter Ladung Dialekt

Die AfD hat gefordert, Deutsch als Landessprache im Grundgesetz zu verankern. Politiker anderer Parteien reagierten mit eher ungewöhnlichen Redebeiträgen.

Berlin - Mit Hohn, Spott und Kostproben ihrer Heimatdialekte haben Politiker der anderen Bundestagsfraktionen auf einen AfD-Antrag reagiert, Deutsch als Landessprache im Grundgesetz zu verankern. 

„Das ist keine irre Idee der AfD“, verteidigte der AfD-Abgeordnete Stephan Brandner den Vorstoß seiner Partei. Das Deutsche sei durch einen „um sich greifenden Englisch-Wahn“ bedroht sowie durch „massive Zuwanderung“. Einige Behörden seien inzwischen sogar dazu übergegangen, Informationen teilweise auch in arabischer oder türkischer Sprache zu verbreiten.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff aus Emden in Ostfriesland kritisierte die AfD mit einer Rede auf Plattdeutsch: „Düütschland word neet armer dör anner Spraken, Düütschland word rieker.“ Deutschland werde nicht ärmer durch andere Sprachen, sondern reicher, sagte der Politiker am Freitag im Bundestag. 

Rede musste samt Dialekt protokolliert werden

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) bat Saathoff während dessen knapp fünfminütiger Rede, darauf zu achten, dass ihn alle verstehen könnten. Saathoff entschuldigte sich anschließend beim Stenographischen Dienst des Bundestages, der alle Reden mitschreiben und dokumentieren muss.

Für Heiterkeit sorgte der bayerische Grüne Erhard Grundl mit der Frage: „Wie schaut es mit Extrem-Dialekten wie etwa dem Oberpfälzischen aus?“ Die AfD wolle offensichtlich ihre „eigene Kleinkariertheit“ dem ganzen Land überstülpen. Die Zunahme von Anglizismen kommentierte Grundl mit dem Satz: „Wir chatten, wir liken, rechtsaußen wird wohl mehr gehatet.“

Gitta Connemann (CDU) kritisierte ihrerseits die Sprache der AfD-Anträge. Diese seien voller Fremdwörter und unschöner „Bandwurmsätze“. Im Internet verbreite die AfD ihr Parteiprogramm zudem auf Russisch.

dpa  

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