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Der syrische Präsident Baschar al-Assad.

Kerry spricht mit Lawrow

Washington besteht auf Ablösung von Assad

Washington - Die US-Regierung besteht auf einer Ablösung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. US-Außenminister Kerry unterstrich dies bei einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow.

Außenminister John Kerry habe in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow erklärt, dass es für den Bürgerkrieg in Syrien "ohne einen Übergang weg von Assad" keine Lösung geben könne, teilte das US-Außenamt am Dienstag (Ortszeit) mit. Die russische Unterstützung für den syrischen Präsidenten berge das Risiko, den Konflikt auszuweiten.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die Militärhilfe seines Landes an Syrien am Dienstag verteidigt. Putin sagte in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe, in Syrien seien die meisten Menschen nicht vor der Armee, sondern vor islamistischen Gruppen wie der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) auf der Flucht. Moskau werde der "legitimen" syrischen Führung auch weiterhin militärische Unterstützung leisten, bekräftigte der Kreml-Chef. Erneut rief Putin zu einer Koalition gegen den IS auf, die Syrien und den Irak umfassen müsse.

Hinweise auf ein verstärktes militärisches Engagement Russlands in Syrien hatten zuletzt in Washington für Beunruhigung gesorgt. Die US-Regierung befürchtet, dass dabei auch von ihr als gemäßigt bezeichnete Rebellen in die Schusslinie geraten könnten, die mit westlicher Unterstützung gegen Assad kämpfen.

Kerry bekräftigte in seiner Erklärung die Unterstützung des Anti-IS-Kampfes durch die USA. In der dazu gebildeten Koalition von 60 Ländern könne Assad "niemals ein glaubwürdiges Mitglied" werden. Washington würde es begrüßen, wenn Russland sich dem Kampf gegen den IS anschließe, fügte Kerry hinzu.

Der australische Verteidigungsminister Kevin Andrews teilte am Mittwoch mit, erstmals habe ein australischer Militärjet im Kampf gegen den IS ein Ziel in Syrien angegriffen. Die Maschine habe zwei Tage zuvor eine ferngesteuerte Rakete auf ein Truppenfahrzeug abgefeuert, sagte der Minister. Australien beteiligt sich seit dem vergangenen Jahr an der Anti-IS-Koalition, in der vergangenen Woche wurden die Operationen der australischen Flugzeuge vom Irak auf Syrien ausgeweitet.

AFP

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