Donald Trump beim Essen: Alles musste ganz genau nach seiner Vorstellung ablaufen.
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Donald Trump (r.) beim Essen: Alles musste ganz genau nach seiner Vorstellung ablaufen.

Restaurant-Mitarbeiter packen aus

Sieben Schritte zum Cola-Servieren, Ketchup-Ploppen muss sein: Trumps völlig verrückte Essensrituale

Sein Steak war nicht das Größte am Tisch - da ließ er es zurückgehen. Diese und andere Anekdoten erzählten nun Mitarbeiter aus Donald Trumps Stammlokal in Washington.

Washington, D.C. - Dass Donald Trump kein Präsident wie jeder andere war, darüber besteht schon lange kein Zweifel mehr. Doch wie verrückt sich allein die Essensrituale des ehemals mächtigsten Manns der Welt gestaltetet haben sollen, kommt nun, da Trump das Machtzentrum Washington verlassen hat, durch Restaurant-Mitarbeiter ans Licht.

Dabei ist allein schon eine Tatsache kurios, die der Washingtonian über Trumps Essverhalten erfahren haben will: Der Immobilienmogul ging während seiner vier Jahre als Präsident in der Millionenstadt angeblich nur in ein einziges Restaurant zum Essen. Und das war quasi sein eigenes: Das „BLT Prime“, ein Steakhouse im Trump Hotel, das nur fünf Blocks vom Weißen Haus entfernt liegt.

Die Mitarbeiter ebenjenes Hotels sprachen nun erstmals frei über Trumps skurrile Essgewohnheiten, nun, da der Ex-Präsident in Florida weilt und Gerüchte kursieren, dass er das Hotel verkauft. So soll jeder von Trumps Besuchen annähernd gleich verlaufen sein - es soll sogar lange Handbücher für die Mitarbeiter gegeben haben, damit sie keinen der Schritte verpatzten.

Trumps Eigenheiten: Tisch 72, Desinfektionsmittel - dann kommt die große Frage

Alles begann demnach mit Tisch 72 - „Trumps“ Tisch. Ein Mitarbeiter führte den Präsidenten und seine Begleitung ausschließlich zu diesem Tisch, der jederzeit für ihn bereit gehalten wurde. Prompt folgte der nächste Schritt: Die diskrete Übergabe eines Fläschchens Desinfektionsmittel. Heute Standard - Trump soll schon weit vor Corona darauf bestanden haben.

Als nächstes stellte ein Mitarbeiter Trump jedes Mal, Wort für Wort, die gleiche Frage: „Good (time of day) Mr. President. Would you like your Diet Coke with or without ice?“ - also, ob er seine Cola light mit Eis oder ohne Eis wünsche. Die Flasche müsse vor Trumps Augen geöffnet werden, „niemals vorher“. Der Präsident, notorisch für sein langes Ignorieren der Corona-Krise, habe ironischerweise Angst vor Keimen.

Die Anweisungen für das simple Öffnen einer Colaflasche hatten es in sich: Ein Flaschenöffner mit langem Hals musste am unteren Drittel des Griffs gehalten werden, das Getränk, ebenfalls am unteren Drittel, in der anderen Hand. Das Glas sollte dann zur Rechten Trumps platziert werden. Nicht weniger als sieben Schritte umfasste das Servieren der Diät-Cola.

Krabbencocktail ist ein Muss - und das Ploppen der Ketchupflasche auch

Wichtig auch: Zu diesem Zeitpunkt stand schon ein Krabbencocktail auf dem Tisch, der „sofort“ serviert werden musste. Nach zwei Minuten musste das Personal bereits „Popovers“ - eine Art Gebäck - reichen. Als Hauptgericht gab es für ihn immer das gleiche: Steak mit Pommes. Allerdings kam es einmal zum „Steak-Gate“, weil Trumps Steak nicht das größte am Tisch war. Der ehemalige Küchenchef Bill Williamson erzählt, Trump habe sein Steak deshalb zurückgehen lassen. Ein Fehler, der kein zweites Mal vorkam.

Auch beim Ketchup (es musste eine Mini-Flasche Heinz Ketchup sein) zum Steak wollte Trump sehen, wie die Flasche geöffnet wird - auch, weil er das Ploppen hören wollte. Andere Beilagen gab es nie, vor allem keine gesunden. Melania Trump ließ einmal eine Seezunge zurückgehen, weil diese mit Petersilie und Schnittlauch garniert war, heißt es.

Donald Trump: Junkfood-Platte muss ständig bereitstehen

Unabhängig von der Hauptspeise musste ständig eine Platte mit Junkfood bereitstehen. Diese enthielt Kartoffelchips (Würzmischung Sauerrahm und Zwiebeln), Milky Ways, Snickers, Oreos und Rosinen mit Schokoladenüberzug. Offizielle Äußerungen zu all diesen Details der Restaurantbesuche gibt es von Trump bisher nicht.

Gar noch schlimmer als der Präsident soll aus Personal-Sicht Trump-Anwalt Rudy Giuliani gewesen sein, vor dem sich das gesamte Personal gefürchtet hatte, und der seinen eigenen Stammtisch als persönliches Büro nutzte. Die Mitarbeiter des Hotels sollen heilfroh sein, dass Trump die Wahl verloren und DC verlassen hat. Ein Insider sagt: „Hinter verschlossenen Türen haben wir alle gefeiert, dass Biden gewonnen hat.“

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