Steigende Nitratbelastung des Grundwassers

Neuer „Wasserpakt“ soll Gewässerschutz in Bayern verbessern

Das bayerische Trinkwasser wird zu rund 90 Prozent aus Grundwasser gewonnen. Der neue Wasserpakt soll die Qualität des Grundwassers sichern - auf freiwilliger Basis.

Mit einem neuen „Wasserpakt“ wollen Staatsregierung, Landwirte, Wasserversorger und andere Verbände gemeinsam für einen besseren Gewässerschutz in Bayern sorgen. Hauptanlass für die Vereinbarung, die am Dienstag in München unterzeichnet wurde, ist die anhaltend hohe Nitratbelastung im Grundwasser, die Fachleuten seit langem Sorge bereitet. Schließlich stammt das bayerische Trinkwasser zu rund 90 Prozent aus Grundwasser.

Als Hauptursache für zu hohe Nitratwerte im Grundwasser gilt ein übermäßiger Einsatz von Gülle und stickstoffhaltigem Dünger. Ein zentrales Ziel des „Wasserpakts“ ist es deshalb, diese Belastung zu reduzieren. „Der Wasserpakt ist ein starkes Signal, dass alle Akteure dieses Ziel mit Nachdruck erreichen wollen“, betonte Agrarminister Helmut Brunner (CSU). Es handelt sich aber lediglich um freiwillige Selbstverpflichtungen, zu denen sich alle Beteiligten bekennen.

Grüne fordern festes Regelwerk

Die Landtags-Grünen kritisierten deshalb, es brauche ein festes Regelwerk statt freiwilliger Maßnahmen. „Schöne Worte alleine machen kein sauberes Wasser“, sagten die agrarpolitische Sprecherin Gisela Sengl und die verbraucherschutzpolitische Sprecherin Rosi Steinberger. Sie forderten deshalb erneut verpflichtende Maßnahmen zur Wasserreinhaltung insbesondere von der Landwirtschaft.

Bauernpräsident Walter Heidl versprach: „Wir wollen unser bayerisches Wasser schützen und gemeinsam dort anpacken, wo es Probleme gibt.“ Der Wasserpakt sei ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Beim Wasser- und Gewässerschutz gehe es aber „um viel mehr als Landwirtschaft“. Deshalb sei die Vernetzung mit anderen Partnern so wichtig.

Nitrat selbst ist nicht gesundheitsgefährdend. Es kann jedoch im Körper zu Nitrit umgewandelt werden, das den Sauerstofftransport im Blut blockiert. Außerdem steht Nitrit im Verdacht, über die Umwandlung zu Nitrosaminen indirekt krebserregend zu sein.

Erst vor wenigen Wochen hatte der Bundestag neue Regeln für das Düngen von Äckern beschlossen. Eine Düngeverordnung sieht Obergrenzen für die Stickstoffdüngung in Gebieten mit kritischen Werten vor. Zudem sollen vorgeschriebene Abstände zu Gewässern ausgeweitet werden. Der bayerische „Wasserpakt“ soll diese gesetzlichen Vorgaben nun ergänzen, um möglichst noch schneller zum Ziel zu kommen.


dpa

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