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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx.

Laut Medienberichten

Watschen aus dem Vatikan für Kardinal Marx? Papst lehnt Kommunion-Vorstoß ab

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Das wäre eine Watschen für Kardinal Marx: Laut Medienberichten lehnt Papst Franziskus eine umstrittene pastorale Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz ab.

Update vom 20. April 2018: Im Streit um die Kommunion für evangelische Christen hat Papst Franziskus den Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, nach Rom zitiert

München - „Roma locuta causa finita“, lautet ein bekannter Satz aus dem katholischen Kirchenrecht. Auf Deutsch: Rom hat entschieden, die Sache ist erledigt. Das gilt offenbar auch für eine umstrittene Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz über die Zulassung evangelischer Ehepartner zur katholischen Eucharistie „im Einzelfall“. 

Wie die Nachrichtenseite kath.net meldet, lehnen der Vatikan und Papst Franziskus diese ab. Nach Informationen des romtreuen Portals hat die Glaubenskongregation die pastorale Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz mit ausdrücklicher päpstlicher Zustimmung abgelehnt und an ihren Absender zurückgeschickt. CNA Deutsch, die Nachrichten-Seite des katholischen Senders EWTN, berichtete am Mittwoch ebenfalls über die Ablehnung durch Rom. Auch der für die US-Zeitung “National Catholic Register” tätige Vatikanexperte Edward Pentin, vermeldete via Twitter die Ablehnung der Handreichung durch die Glaubenskongregation.

Wegen der Frage der Kommunion für evangelische Christen war es in der katholischen deutschen Bischofskonferenz zu einem schweren Zerwürfnis gekommen. Sieben Bischöfe - darunter alle amtierenden bayerischen Bischöfe außer dem Erzbischof von München und Freising, Kardinal Marx - hatten unter Führung des Kölner Kardinals Rainer Woelki deswegen einen Brandbrief an den Vatikan verfasst. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete, erfolgte dies ohne Abstimmung mit Marx, der auch Vorsitzender der Bischofskonferenz ist.

Sieben Bischöfe baten Vatikan um Hilfe

Die Aufständischen sahen die Gefahr, der Beschluss könne gegen die katholische Glaubenslehre verstoßen und damit die Einheit der Kirche gefährden. Aus diesem Grund baten sie den Vatikan um Hilfe und um Klärung. Die haben sie nun offenbar bekommen. 

Für Kardinal Marx käme diese Entscheidung einer Watschen aus dem Vatikan gleich. Er hatte die Kritik der sieben Bischöfe ausdrücklich zurückgewiesen. Aus diesem Grund hatte auch der Bayerische Rundfunk die Brisanz des Schreibens der Revoluzzer-Bischöfe betont: „Beobachter interpretierten den Brief als offenen Angriff auf die Mehrheit der deutschen Oberhirten und den Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx.“

Vor wenigen Tagen hatte die Bild-Zeitung einen der Verfasser des Brandbriefes mit diesen Worten zitiert: „Bald ist basta für den Reinhard.“ Gemeint war natürlich Kardinal Marx.

Diese Kleriker hatten den Brandbrief verfasst:

  • Kardinal Rainer Woelki (Erzbistum Köln)
  • Erzbischof Ludwig Schick (Erzbistum Bamberg)
  • Bischof Konrad Zdarsa (Bistum Augsburg)
  • Bischof Gregor Maria Hanke (Bistum Eichstätt)
  • Bischof Rudolf Voderholzer (Bistum Regensburg)
  • Bischof Stefan Oster (Bistum Passau)
  • Bischof Wolfgang Ipolt (Bistum Görlitz)

Ablehnung aus Rom? DBK weist Bericht zurück

Die Deutsche Bischofskonferenz weist den Ursprungs-Bericht von kath.net zurück. „Eine Ablehnung der Handreichung ist uns nicht bekannt“, erklärt Pressesprecher Matthias Kopp. Kardinal Marx, habe die Handreichung nicht an den Vatikan geschickt. Der entsprechende Entwurf werde noch überarbeitet. Kopp betont: „Die von kath.net gemachten Angaben sind nicht schlüssig und wir können diese nicht bestätigen.“

Was sagt das Erzbistum München und Freising von Kardinal Marx zu den Berichten? Auf Nachfrage unserer Onlineredaktion erklärte Pressesprecher Bernhard Kellner: „Kein Kommentar.“

fro

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