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Theo Waigel hält sich von einem AfD-Funktionär fern. 

Unruhe beim Verein für Wirtschaftskultur

Wegen AfD: Waigel sagt als Laudator ab

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München – Ex-Finanzminister Theo Waigel sagt beim Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur ab, weil dessen Chef Franz Bergmüller bei der AfD ist. Der hat dafür „kein Verständnis“ - und wittert eine Kampagne.

Alle Jahre wieder sucht der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur den „Bayerischen Stammtischbruder“. Ausgezeichnet wird eine Person oder Gruppe, die sich „um den Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur verdient gemacht hat“, wie es in der Ausschreibung heißt. Bei der Suche nach einem Laudator hat der Verein, der durch sein Engagement gegen das Rauchverbot bekannt geworden ist, in diesem Jahr aber Pech: Der eigentlich schon auserkorene Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) hat für die Veranstaltung im Oktober wieder abgesagt. Begründung: Die Aktivitäten des Vereinschefs Franz Bergmüller in der Alternative für Deutschland (AfD).

Bergmüller, früher mal bei der CSU, danach bei den Freien Wählern, ist seit 2013 bei der AfD und in seinem Heimatlandkreis Rosenheim auch Kreisvorsitzender. Vor allem auf Facebook entfaltet die Partei rege Aktivitäten – wobei es in den Kommentarspalten zur Sache geht. „Schaut euch doch diese häßlichen Schapracken an, kein Hirn, aber ficki ficki“, hieß es über Demonstranten, die kürzlich gegen einen AfD-Stand in Wasserburg protestierten. „Diese dummen Weiber würde ich mit meinen 125 kg wegrempeln“, lautete ein anderer Kommentar. „Selbstgerechte Flintenweiber“, „blonde Trulla“, „hysterisch“ – 

„Kein Verständnis“ für Waigels Absage

Bergmüller duldet dies alles. „Wie die sich da austoben, die Irren, von beiden Seiten, das sehe ich mir gar nicht an, das ist mir völlig wurscht“, sagte er unserer Zeitung. Auch Bergmüller wurde im Frühjahr angezeigt, die Anzeige jedoch von der Staatsanwaltschaft nicht weiterverfolgt.

Die Absage von Waigel indes wurmt den Gastwirt aus Feldkirchen-Westerham denn doch. Dafür habe er „kein Verständnis“ – wolle denn der „Herr Waigel behaupten, dass ich keine demokratische Gesinnung“ habe? Da sei eine „Hetzkampagne gegen meine Person“ im Gange. „Das macht mich fuchsteufelswild.“ Als Ersatz für Waigel hat Bergmüller, der kürzlich auch ohne großes Aufsehen als Bezirksvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands wiedergewählt wurde, den Kabarettisten Jürgen Kirner gefunden. Dieser ist, wie er selber bekannt gemacht hat, homosexuell – und auch CSU-Mitglied.

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