+
Athen hat angeblich erst 14 der 48 vereinbarten Schritte beschlossen. Foto: Alexandros Vlachos/Archiv

Wegen schleppender Reformen muss Athen auf Hilfe warten

Wieder einmal ist Athen ist im Verzug. Von den fest zugesagten Reformen sind nicht mal ein Drittel beschlossen. Die Geldgeber machen nun Druck - und drehen am Geldhahn.

Brüssel/Athen (dpa) - Die Auszahlung neuer Milliardenhilfen an das hoch verschuldete Griechenland dürfte sich verzögern. Athen ist bei der Umsetzung der vereinbarten Reformen im Verzug, weswegen die Geldgeber Druck machen.

"Es gibt noch zahlreiche offene Themen und Punkte, die wir erfüllen müssen", sagte ein Mitarbeiter des griechischen Finanzministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei das Ergebnis eines zweitägigen Besuches des Vizepräsidenten der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, der am Montagabend in Athen zu Ende ging.

Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass die Gläubiger den Griechen neues Geld vorerst verweigern und sich die für Oktober geplante Auszahlung auf November verschieben werde. Dabei geht es um die nächste Tranche der Finanzhilfe in Höhe von zwei Milliarden Euro.

Umstritten ist noch, wie Banken mit faulen Krediten, die der Schuldner nicht mehr bedienen kann, umgehen. Auch über die Bedingungen, unter denen ein säumiger Zahler sein Haus räumen muss, wird noch diskutiert. Athen hat von den Reformen laut Zeitung lediglich 14 von 48 vereinbarten Schritten beschlossen. An deren Umsetzung sind die Auszahlungen gebunden.

Die Euro-Partner hatten mit dem pleitebedrohten Griechenland im Sommer ein neues Rettungsprogramm von bis zu 86 Milliarden Euro vereinbart. Eine erste Tranche von 13 Milliarden Euro floss bereits im August an Athen.

In Brüssel verlautete aus EU-Kreisen, es gebe "substanzielle Fortschritte" in den Gesprächen und die griechische Seite sei sehr engagiert. Die Experten hofften, Ende der Woche ihre Arbeit abschließen zu können.

Athen muss noch im November ein weiteres Bündel mit harten Sparmaßnahmen vom Parlament billigen lassen, darunter die Abschaffung aller Steuererleichterungen für Bauern. Landwirte haben bereits Demonstrationen mit Blockaden von wichtigen Straßenverbindungen angekündigt. Am 12. November wollen die beiden größten Gewerkschaftsverbände streiken.

Chronologie Bundesfinanzministerium zur Eurorettung

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Türkei-Krise spitzt sich zu - Das steht auf Erdogans Rache-Liste gegen Trump
Die Ankündigung höherer US-Strafzölle trifft die Türkei schwer. Erdogan forderte Bürger auf, bestimmte US-Produkte fortan zu boykottieren. Wir berichten im News-Ticker.
Türkei-Krise spitzt sich zu - Das steht auf Erdogans Rache-Liste gegen Trump
Journalistin rechnet in Tagesthemen mit Merkels CDU ab - ihr Kommentar endet mit einer Warnung
Eine mögliche Annäherung der CDU an die Linkspartei wird kontrovers diskutiert. ARD-Moderatorin Kristin Schwietzer positioniert sich in den „Tagesthemen“ klar.
Journalistin rechnet in Tagesthemen mit Merkels CDU ab - ihr Kommentar endet mit einer Warnung
Zu Unrecht abgeschobener Flüchtling  soll wieder nach Deutschland geholt werden
Seine Abschiebung war unrechtmäßig - deshalb soll ein 23-jähriger Uigure jetzt wieder nach Deutschland geholt werden. 
Zu Unrecht abgeschobener Flüchtling  soll wieder nach Deutschland geholt werden
Nach Sommerinterview: AfD-Chef Gauland attackiert ZDF-Moderator scharf - So reagiert der TV-Sender
Alexander Gauland hat dem ZDF ein Sommerinterview gegeben. Es ging um Zukunftsthemen, zu denen der AfD-Chef wenig bis nichts beizutragen hatte. Nun beschwerte sich …
Nach Sommerinterview: AfD-Chef Gauland attackiert ZDF-Moderator scharf - So reagiert der TV-Sender

Kommentare