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Während des G20-Gipfels: Aktivisten stehen im Schanzenviertel in Hamburg vor einer brennenden Barrikade.

Kreative Fotomontagen

Wegen Selfie bei G20-Krawallen: „Riot Hipster“ wird zum Netz-Gespött

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Ein Demonstrant macht während des G20-Gipfels mit seinem iPhone ein Selfie vor lodernden Flammen im Schanzenviertel. Das sorgt im Netz für Spott - und jede Menge Fotomontagen.

37 Haftbefehle, 186 vorläufige Festnahmen, Dutzend brennende Autos, zahlreiche geplünderte Läden und fast 500 verletzte Beamte - die Bilanz nach dem G20-Gipfel liest sich nach drei Tagen voller Gewalt und purer Verrohung wie ein Kriegsbericht. Ein Horror für Anwohner, die die Eskalation hautnah miterleben mussten. Ein Horror für viele Polizisten, die trotz Einschüchterungen ihren Dienst zu verrichten hatten. Und vor allem auch ein Schlag ins Gesicht für all diejenigen, die friedlich auf die Straße gingen und mit ansehen mussten, wie Chaoten und Randalierer die Schlagzeilen bestimmten und so der durchaus berechtigten Kritik am Gipfel der Mächtigen einen Bärendienst erwiesen. 

Ironisch: Ein Kapitalismus-Kritiker mit iPhone-Selfie vor Feuerkulisse

Beispiele zum Kopfschütteln gibt es zuhauf. So machte gleich zu Beginn des Gipfel-Wochenendes ein Bild die Runde, das sich in Windeseile im Netz verbreitete und besonders auf Twitter für Hohn und Spott sorgte. Darauf zu sehen: Ein Mann, der während Ausschreitungen im Hamburger Schanzenviertel vor einer regelrechten Feuerkulisse sichtbar stolz ein Selfie macht. Als wäre das alles nicht schlimm genug, knipst er die Aufnahme von sich selbst auch noch auf einem iPhone 6 - wohlgemerkt im Zuge einer Demonstration, die sich der Kapitalismus-Kritik verschrieben hat. Ironischer geht es wohl nicht mehr. 

Gemacht wurde das Bild des jungen Mannes, den die Netzgemeinde im weiteren Verlauf auf den Namen „Riot Hipster“ taufte, laut Spiegel Online von einem österreichischen Journalisten, der der Redaktion bekannt ist und beruflich vor Ort war. Wie die Nachrichtenseite des Magazins berichtet, habe eine fotoforensische Analyse der Bildredaktion keine Anhaltspunkte für eine Manipulation geliefert. Auch der Fotograph bestreitet eine Fälschung und betont zugleich, dass sich der junge Mann nicht an den Gewaltexzessen beteiligt hat. 

Die Ereignisse rund um den G20-Gipfel im News-Blog zum Nachlesen

Vor dem Spott der Internetgemeinde bewahrt das den „Riot Hipster“ freilich nicht. Schon am Tag nach der Veröffentlichung des Bildes ruft der Journalist Mario Sixtus seine Twitter-Follower auf, den jungen Mann als kleine Retourkutsche zum Protagonisten lustiger Fotomontagen zu machen; für findige Photoshopper ein willkommener Startschuss. Und so kommt es, wie es kommen musste: Der „Riot Hipster“ wird zum Internetphänomen. Eine Auswahl der besten Fotomontagen zu dem Selfie, das wirklich zum Nachdenken anregen sollte, gibt es hier:

lpr

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