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Die Weltuntergangsuhr tickt...

Es ist jetzt zweieinhalb Minuten vor zwölf

Wegen Trump: "Weltuntergangsuhr" vorgestellt

Washington - Mit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump sehen führende Atomwissenschaftler die Welt so nahe an der Selbstvernichtung wie seit 1953 nicht mehr.

Seit Jahrzehnten stellen die Forscher in den USA eine symbolische "Weltuntergangsuhr" (Doomsday Clock), mit der sie verdeutlichen wollen, wie nahe die Menschheit der Zerstörung des Planeten gekommen ist. Am Donnerstag stellten sie diese Uhr von drei Minuten vor Mitternacht um 30 Sekunden vor - auf zweieinhalb Minuten vor Mitternacht.

Als Grund nannten die hoch angesehenen Wissenschaftler "den Anstieg eines schrillen Nationalismus weltweit, die Äußerungen von Präsident Trump zu Atomwaffen und zum Klimawandel, eine verschlechterte weltweite Sicherheitslandschaft und eine zunehmende Missachtung wissenschaftlicher Erkenntnisse".

Die Autoren spielten damit auf Trumps Forderung nach atomarer Aufrüstung und auf seine widersprüchlichen Aussagen zum Klimawandel an. Die Erklärung, die in der Fachpublikation "Bulletin of the Atomic Scientists" veröffentlicht wurde, ist unter anderem von 15 Nobelpreisträgern unterzeichnet.

Nie zuvor hätten "die Worte und politischen Vorhaben von ein oder zwei Menschen so großen Einfluss auf unsere Einschätzung der existenziellen Bedrohungen, denen die Welt gegenübersteht", schrieben die Wissenschaftler unter Bezug auf Trump und den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Sie warnten die beiden Präsidenten vor einem atomaren Rüstungswettlauf: "Putin und Trump können entweder als Staatsmänner zusammenarbeiten oder sich als bockige Kinder aufführen, die unsere Zukunft gefährden."

Zuletzt hatte die "Doomsday Clock" im Jahr 1953 noch näher an Mitternacht gestanden als nun. Damals hatte die Sowjetunion gerade die erste Wasserstoffbombe zur Explosion gebracht und damit den modernen Rüstungswettlauf ausgelöst.

afp

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