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Nach Absturz-Drama

Wegen Warnung vor Germanwings: Empörung über CDU-Abgeordneten

Berlin - Der CDU-Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann hat auf seiner Facebook-Seite vor Flügen mit Germanwings gewarnt, was ihm scharfe Kritik von SPD und Grünen einbrachte.

Update vom 26. März 2015: Zwei Tage nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen ist der Stimmenrekorder bereits teilweise ausgewertet worden. Dabei kamen neue Details ans Licht. Alle Entwicklungen können Sie in unserem Live-Ticker verfolgen.

"Vor Germanwings kann man nur noch warnen. Überalterte Maschinen und miserabler Service. Mit denen werde ich nicht mehr fliegen", schrieb der Abgeordnete aus dem Berliner Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf am späten Dienstagabend nach dem Absturz der Germanwings-Maschine.

Führende Politiker von SPD und Grünen reagierten empört. "Ich halte von solchen reißerischen Stellungnahmen kurz nach schrecklichen Unglücksfällen überhaupt nichts", sagte SPD-Bundesvize Ralf Stegner der Online-Ausgabe des "Handelsblatts". "Niemand sollte versuchen, aus derartigen Situationen politisches Kapital zu schlagen." Jetzt gehe es darum, dass die Fachleute die Ursachen des Absturzes aufklärten. Die Gedanken und die Anteilnahme seien bei den Angehörigen und Freunden der Opfer.

Die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Kerstin Andreae, nannte Wellmanns Facebook-Kommentar angesichts der Tragödie "einfach nur billig". "Jetzt sollte man an die Opfer denken und nicht über den Service einer Airline schwadronieren", sagte Andreae dem "Handelsblatt".

Ein Airbus A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings war am Dienstag auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf aus noch ungeklärter Ursache in den französischen Alpen abgestürzt. Unter den Toten sind nach neuen Angaben von Germanwings 72 Deutsche.

AFP

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