1. Startseite
  2. Politik

Kein Omikron-Lockdown vor Weihnachten - doch die Beschlüsse sind wohl nur ein Zwischenschritt

Erstellt:

Von: Mike Schier

Kommentare

Bundeskanzler Olaf Scholz (re.) und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst auf der Pressekonferenz nach dem Corona-Gipfel
Scheinen sich einig zu sein: Bundeskanzler Olaf Scholz (re.) und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst auf der Pressekonferenz nach dem Corona-Gipfel. © Bernd Elmenthaler/imago

Der vorweihnachtliche Corona-Gipfel ist rum. Die Politiker sträuben sich noch vor harten Einschränkungen. Bleibt zu hoffen, dass das der richtige Weg ist.

München - Die Politik hat sich mit ihren Corona-Entscheidungen selten leichtgetan, aber vielleicht noch nie fielen sie ihr so schwer wie jetzt. Klar, mit der Kritik der beiden Extreme – hier die Leugner, dort die Übervorsichtigen – mussten Politiker immer leben. Doch inzwischen erweist sich auch die breite Masse als Pandemie-müde. Man hat sich beschränkt, geimpft und geboostert. Und jetzt soll mit Omikron wieder alles von vorne beginnen? So kurz vor Weihnachten? Der Konsens ist dahin. Nach zwei Jahren Alarmismus haben sich all die Mahnungen abgenutzt.

So bleibt die Situation nach der Ministerpräsidentenkonferenz ein wenig bizarr: Die Mahnungen des Expertenrats, der – einstimmig – die düstersten Szenarien an die Wand malt bis hin zur Überlastung der „gesamten kritischen Infrastruktur unseres Landes“, finden ziemlich wenig Widerhall. Einen harten Lockdown wie in den Niederlanden will derzeit kein Politiker verhängen. Doch die Beschlüsse vom Dienstag (21. Dezember), mit (moderaten) Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte sind womöglich nur ein Zwischenschritt.

Wegen Corona-Variante Omikron: Lockdown gar nicht mehr zu verhindern?

Fast vergessen: Für die Bayern, wo längst eine härtere Lockdown-Stufe bei einer regionalen Inzidenz über 1000 gilt, gibt es sogar eine automatische Verschärfung. Sollte Omikron wirklich so explosionsartig um sich greifen, kommt der Lockdown also sowieso.

Porträtbild von Mike Schier
Kommentiert die vorweihnachtliche Corona-Situation: Mike Schier ist Politik-Ressortleiter beim Merkur. © Marcus Schlaf

Noch ist es nicht so weit. Noch darf man vielleicht ein wenig hoffen: Die vierte Welle hat Deutschland einen gehörigen Tritt versetzt. Es wird geimpft und geboostert, was das Zeug hält. Es gelten Maskenpflicht und Beschränkungen. Ferien stehen an. Vielleicht sind wir ja auf die fünfte Welle besser vorbereitet als auf die letzte und können so zumindest schwere Verläufe begrenzen. Wünsche wird man zu Weihnachten ja noch formulieren dürfen. . .

Auch interessant

Kommentare