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Protest gegen den Rauswurf von FBI-Direktor Comey. 

Weißes Haus ringt um Argumente

Trump: Comey war Angeber und Aufschneider

Washington - Auch mehrere Tage nach dem Rauswurf von FBI-Direktor Comey bekommt das Weiße Haus die Affäre kommunikativ nicht in den Griff. Zahlreiche Punkte bleiben offen.

Präsident Donald Trump und das Weiße Haus haben die US-Regierung mit ihren widersprüchlichen Angaben zur Kündigung von FBI-Chef James Comey in eine schwere Glaubwürdigkeitskrise gestürzt. Mehrere große US-Medien attestierten der Regierung einen Kollaps des Vertrauens. „So etwas wie „das Weiße Haus sagt“ gibt es nicht mehr“, hieß es beim Sender CNN.

Hauptgrund sind die wechselnden Erklärungen, mit denen Trump und sein Apparat Comeys Rauswurf zu begründen versuchen. Eine Sprecherin Trumps unterstellte den Medien ein obsessives Verhalten. Die Linie des Weißen Hauses sei „konsistent“, und man wolle jetzt nach vorne schauen.

In einem Interview des Senders NBC sagte Trump am Donnerstag, er habe Comey auch unabhängig von Empfehlungen des Justizministeriums feuern wollen. Zwei Tage zuvor hatte er die Kündigung noch damit begründet, er folge damit ausschließlich dem Rat von Justizminister Jeff Sessions und dessen Vize Rod Rosenstein.

Trump: Er war ein Angeber

Nun sagte Trump: „Ich wollte Comey feuern. Es gibt dafür übrigens keinen guten Zeitpunkt.“ Außerdem beschimpfte Trump Comey, dem er zuvor wiederholt öffentlich das Vertrauen ausgesprochen hatte,  als "Angeber" und "Wichtigtuer" und warf ihm vor, die Bundespolizei in "Aufruhr" versetzt zu haben.

Mit seinen Äußerungen widersprach Trump der bisherigen offiziellen Version von Comeys Entlassung. Demnach war der Präsident einer Empfehlung der Spitze des Justizministeriums gefolgt, das den Umgang des FBI-Chefs mit Clintons E-Mail-Affäre gerügt hatte. Trump hatte selbst in seinem Entlassungsschreiben an Comey vom Dienstag erklärt, er habe damit den Rat des Justizministeriums "akzeptiert".

Der Präsident sagte: "Als ich mich entschloss, es zu tun, habe ich mir gesagt, diese Russland-Sache mit Trump und Russland ist eine erfundene Geschichte."

Zuvor hatte der amtierende FBI-Chef Andrew McCabe ein anderes Bild gezeichnet. Er widersprach direkt der Darstellung Trumps, Comey habe in der Behörde an Rückhalt verloren. „Direktor Comey genoss große Unterstützung innerhalb des FBI, das ist bis heute so“, sagte McCabe vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats.

Trump weist Verbindungen zu Russland zurück

Gleichzeitig wies Trump in dem NBC-Interview jede Verbindung zwischen seinem Wahlkampfteam und Russland kategorisch zurück. Er habe zwar vor vielen Jahren ein Haus an einen Russen verkauft und auch einen Miss-Universe-Wettbewerb in Moskau veranstaltet, doch habe er heute keine Verbindung zu Russland, auch nicht finanziell. „Ich bin in Russland nicht involviert, keine Darlehen, nichts“, sagte Trump.

Trump betonte erneut, Comey habe ihm bei drei Gelegenheiten versichert, dass in dem Fall nicht gegen ihn ermittelt werde. Er habe Comey gebeten, ihn über etwaige Ermittlungen informiert zu halten: „Ich habe gesagt, würden Sie mich wissen lassen, wenn gegen mich ermittelt wird?“ Darauf habe Comey gesagt, das sei nicht der Fall.

Dass die Handhabung der Mail-Affäre der Grund für Comeys Rauswurf gewesen sein soll, wurde von den oppositionellen Demokraten und einem Großteil der US-Medien von Anfang an als fadenscheinig bewertet - zumal Trump den FBI-Chef in der Schlussphase des Präsidentschaftswahlkampfs für seine Vorgehensweise gepriesen hatte. Sie vermuten, dass die Russland-Untersuchung des FBI der wahre Grund für die Entlassung sind. 

dpa/afp

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