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Im Clinch mit Fraktionschefin Sahra Wagenknecht: Parteichefin Katja Kipping.

Weiter Zoff bei den Linken

Kipping über Wagenknecht: „Souverän geht anders“

Bei den Linken rumort es nach der Beilegung des Machtkampfs zwischen Fraktions- und Parteispitze weiter. Parteichefin Katja Kipping warf der wiedergewählten Fraktionschefin Sahra Wagenknecht mangelnde Souveränität vor.

Potsdam - „Ich hab gedacht: Ok, souverän geht anders“, sagte Kipping in der ARD. Kipping meinte damit die Zurechtweisung von Co-Parteichef Bernd Riexinger durch Wagenknecht. Riexinger hatte nach der Wiederwahl von Wagenknecht und Dietmar Bartsch an die Fraktionsspitze am Dienstagabend mit einem Statement vor den Medien begonnen. Daraufhin schnitt Wagenknecht ihm das Wort ab: „Bernd, das ist die Pressekonferenz der Fraktion.“

Die frisch als Vizechefin der Fraktion gewählte Abgeordnete Sevim Dagdelen verteidigte Wagenknecht. „Sahra Wagenknecht hat mehr als deutlich gemacht, was souverän ist“, sagte sie der dpa. Sie sei froh, dass sich Wagenknecht und Bartsch durchgesetzt hätten. Der Wiederwahl war ein Machtkampf zwischen Fraktions- und Parteispitze vorangegangen. Mit einem Kompromiss und erweitertem Rederecht der Parteichefs im Bundestag legte die Fraktion den Streit vorerst bei.

„Ich hoffe, dass wir dieses Kapitel abschließen können“

Kipping sagte: „Ich habe in der Sitzung mehrmals sehr nachdrücklich für einen Kompromiss geworben. Ich bin froh, dass dann Sahra Wagenknecht das am Ende akzeptiert hat.“ Dagdelen sagte: „Ich hoffe, dass wir dieses Kapitel abschließen und unsere Aufgabe wahrnehmen können, sozialer Oppositionsführer zu sein für höhere Löhne, sichere Renten und Bekämpfung von Fluchtursachen.“

Zoff in der Parteispitze: Sahra Wagenknecht (l), und die Bundesvorsitzenden Bernd Riexinger und Katja Kipping.

Die erneut als Bundestagsvizepräsidentin nominierte Abgeordnete Petra Pau forderte im MDR: „Schluss mit Kindergarten“. Lange Selbstbeschäftigung sei überflüssig. Bartsch sagte Phoenix, Konflikte seien offen ausgetragen worden. „Das hätte ich mir anders gewünscht.“

„Die Außenwirkung ist verheerend“

Die Berliner Linke-Landesvorsitzende Katina Schubert hat den öffentlich ausgetragenen Machtkampf zwischen den Spitzen der Bundestagsfraktion und der Partei scharf kritisiert. „Die Außenwirkung ist verheerend“, sagte Schubert am Mittwoch. „Ich habe natürlich nur den Blick von außen. Und der sagt mir, dass es eine ausgesprochen schwierige Gemengelage ist, die für die Partei insgesamt schädlich ist.“ Das werde auch in zahlreichen Zuschriften von Wählern deutlich.

Nach der erneuten Wahl von Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch an die Spitze der Linken im Bundestag hat die Fraktion ihre Führung komplettiert. Dazu wählten die Abgeordneten in einer Klausur in Potsdam sieben von acht Vizevorsitzenden. Zu Leitern politischer Arbeitskreise und somit zugleich als Vize-Chefs der Fraktion wurden Klaus Ernst, André Hahn, Gesine Lötzsch, Petra Sitte und Sabine Zimmermann gewählt, wie ein Sprecher am Mittwoch sagte.

dpa

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