Demonstranten
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Junge Demonstranten in Yangon tragen Masken, auf denen das Logo der Vereinten Nationen, eine rote Hand über dem Mund, rote Tränen und Aufkleber mit der Aufschrift «Save Myanmar» zu sehen sind.

Militärputsch

Weitere Proteste in Myanmar

Ostereier mit Parolen gegen die Junta: Die Protestbewegung in Myanmar lässt sich trotz massiver Gewalt seitens der Junta nicht einschüchtern.

Yangon (dpa) - Ungeachtet des gewaltsamen Vorgehens der Sicherheitskräfte sind auch am Sonntag in Myanmar zahlreiche Menschen gegen den Militärputsch von Anfang Februar auf die Straße gegangen.

Zum Symbol des Protesttages wurden Ostereier mit Parolen gegen die Militärjunta. «Save Myanmar» (Rettet Myanmar) oder «We want democracy» (Wir wollen Demokratie) war auf Fotos bemalter Eier zu lesen, die in sozialen Medien geteilt wurden. «Um auf die Welt zu kommen, muss das Küken aus dem Ei schlüpfen. Wir, das Volk Myanmars, müssen mit all unserer Kraft gegen die Ungerechtigkeit der Junta kämpfen, bis wir gewonnen haben», sagte ein Demonstrant der Deutschen Presse-Agentur.

Proteste gab es nach Berichten von Augenzeugen und örtlichen Medien etwa in der zweitgrößten Stadt Mandalay. Dort hätten Mitarbeiter des Gesundheitswesens, Lehrkräfte und Studenten demonstriert. Kundgebungen wurden auch aus der ehemaligen Hauptstadt Yangon (früher: Rangun), den Regionen Sagaing und Tanintharyi sowie aus dem nördlichen Bundesstaat Kachin gemeldet.

Nach jüngsten Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden seit dem Putsch vor zwei Monaten mindestens 557 Menschen getötet. Laut der Hilfsorganisation Save the Children sind mehr als 40 Kinder unter den Opfern. Die Einsatzkräfte gehen seit Wochen mit brutaler Gewalt gegen jeden Widerstand vor.

Das Militär hatte nach dem Putsch vom 1. Februar im früheren Birma die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi in Gewahrsam genommen und einen einjährigen Ausnahmezustand verhängt. Die Demonstranten fordern die Rückkehr zu demokratischen Reformen und die Wiedereinsetzung von Suu Kyis ziviler Regierung. Die 75-Jährige hatte die Parlamentswahl im November klar gewonnen. In den vergangenen Jahren stand sie an der Spitze einer Regierung, an der auch das Militär mit Ministerposten beteiligt war.

© dpa-infocom, dpa:210404-99-80912/2

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