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Ägyptens Ex-Staatschef Mursi muss sich erneut vor Gericht verantworten.

Erneut vor Gericht

Prozess gegen Ägyptens Ex-Staatschef Mursi

Kairo - Gegen Ägyptens ehemaligen Präsidenten Mohammed Mursi laufen drei Prozesse. Jetzt wird er nochmal vor Gericht gestellt - weil er angeblich geheime Papiere an das Emirat Katar weitergegeben hat.

Wegen angeblicher Spionage und Gefährdung der nationalen Sicherheit muss sich Ägyptens islamistischer Ex-Präsident Mohammed Mursi in einem weiteren Prozess vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, als Staatschef geheime Papiere an das Emirat Katar weitergegeben zu haben. Gegen den Ex-Staatschef laufen bereits drei andere Prozesse. Unter anderem steht er vor Gericht, weil er Demonstranten zu Gewalt angestiftet haben soll.

Ägyptens Chefankläger Hescham Barakat teilte am Samstag mit, Mursi und zwei Helfer hätten dem Geheimdienst Katars und Verantwortlichen des katarischen Nachrichtensenders Al-Dschasira Dokumente übergeben. Dafür habe er eine Million US-Dollar erhalten.

In den Papieren sei es um die Stationierung der ägyptischen Armee sowie um die Innen- und Außenpolitik des Landes gegangen, hieß es weiter. Es handele sich um den „größten Fall von Verrat und Spionage in der Geschichte des Landes“, erklärte der Chefankläger. Mit Mursi müssen sich wegen der Vorwürfe zehn weitere Personen vor Gericht verantworten. Ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest.

Das Militär hatte Mursi, den ersten freigewählten Präsidenten des Landes, vor mehr als einem Jahr nach Massenprotesten gegen ihn gestürzt. Seitdem verfolgt der Staat die ägyptischen Muslimbrüder mit großer Härte. Mursi und Tausende weitere Islamisten sitzen in Haft, die Muslimbruderschaft wurde zu einer Terrororganisation erklärt.

Das ölreiche Emirat Katar ist der wichtigste Verbündete der Islamisten. Im vergangenen Juni erhielten mehrere Journalisten von Al-Dschasira langjährige Haftstrafen, weil sie die Muslimbruderschaft unterstützt haben sollen.

dpa

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