Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, kommt nach einer Kabinettssitzung zu einer Pressekonferenz.
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Der bayerische Landesverband der Werteunion übt scharfe Kritik an Ministerpräsident Markus Söder.

Austritt aus Bundesverband

Werteunion in Bayern: Scharfe Kritik an Söder – „Linkswende“ der CSU entgegentreten

  • Felix Durach
    VonFelix Durach
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Die bayerische Werteunion hat den Bundesverband verlassen. Die Vereinigung will sich in Zukunft mehr auf die CSU konzentrieren und übt scharfe Kritik an Markus Söder.

Pöttmes - Die Werteunion aus konservativen CDU- und CSU-Mitgliedern stand nach der Wahl von Max Otte zum neuen Vorsitzenden vermehrt in der Kritik aus der Parteibasis. Wie am Samstag bekannt gegeben wurde, hat der bayerische Landesverband der Werteunion den Bundesverband verlassen und kehrt zu seiner früheren Vereinsform zurück. Die bayerische Werteunion veranstaltete am Samstag eine Mitgliederversammlung im Landkreis Aichach-Friedberg, bei der eine neue Vorsitzende - die 38-jährige Juliane Ried - gewählt wurde.

Werteunion: Bayerischer Landesvand verlässt Bundesverband - Fokus soll mehr auf CSU liegen

Der Verein wolle künftig wieder unter seinem ursprünglichen Namen „Konservativer Aufbruch für Werte und Freiheit“ weitermachen und sich in ihrem Handeln vor allem auf die CSU und Bayern konzentrieren. Nach der Gründung im Jahr 2014 schloss man sich nach eigenen Angaben 2019 mit der Werteunion zusammen.

Wie Ried gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bekannt gab, verfolge man zwar weiterhin gemeinsame Ziele mit der Werteunion, jedoch sehe man dringenden Handlungsbedarf im eigenen Bundesland. „Wir wollen uns wieder auf die CSU konzentrieren“, erklärte die 38-Jährige.

Werteunion in Bayern: Scharfe Kritik an Markus Söder - „Linkswende“ der CSU entgegentreten

In diesem Zusammenhang übte Ried auch scharfe Kritik an der aktuellen CSU-Führung um Parteichef und Ministerpräsident Markus Söder. Die Führung der CSU sei „derzeit noch problematischer als die der CDU, sodass man sich mit ganzer Kraft auf Bayern und die Basis der CSU konzentrieren müsse.“ Ziel der Vereinigung sei es, einer „Linkswende“ der CSU entgegenzutreten.

Werteunion: Landesführung in Baden-Württemberg kündigt geschlossenen Rücktritt an

Derweil hat die Führung des Landesverbands in Baden-Württemberg geschlossen ihren Rücktritt angekündigt, um gegen die Wahl von Max Otte zum neuen Vorsitzenden der Werteunion zu protestieren. „Die Ziele der Werteunion werden mit dem aktuellen Bundesvorstand nicht mehr erreicht“, begründete Vizelandeschef Oliver Kämpf. Hintergrund sei eine „Annäherung an völkische und nationalistische Themen.“

Otte, der am 29. Mai zum neuen Bundesvorsitzenden der Werteunion gewählt wurde, gilt wegen seiner Nähe zur AfD innerhalb der CDU als umstritten. Der 56-Jähriger war unter anderem bis Anfang des Jahres Kuratoriumsvorsitzender der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. (fd)

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