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2014 landeten rund 44,1 Prozent der Verpackungen in einer Müllverbrennungsanlage und nicht im Recyclingzyklus. Foto: Patrick Pleul/Archiv

Neues Gesetz geplant

Fast die Hälfte der Wertstoffe landet in der Verbrennung

Gebrauchte Verpackungen landen in Deutschland im gelben Sack und der gelber Tonne - eigentlich zur Wiederverwertung. Fast die Hälfte der Verpackungsabfälle wird jedoch verbrannt. Ein neues Gesetz soll das ändern.

Berlin (dpa) - Verbrennen statt Verwerten: Fast die Hälfte der in Deutschland im gelben Sack und in der gelben Tonne gesammelten Verpackungsabfälle wird im Anschluss nicht recycelt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor.

Demnach landeten 2014 rund 44,1 Prozent der Verpackungen in einer Müllverbrennungsanlage und nicht im Recyclingzyklus. Im Vorjahr seien es 45,6 Prozent gewesen. Die Daten stammen von der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung. Es werde aber doppelt so viel Abfall recycelt wie die Europäische Union vorschreibe, teilte das Bundesumweltministerium mit.

Im gelben Sack und der gelben Tonne werden unter anderem Verpackungen aus Kunststoff und Metall gesammelt. Die Verpackungsverordnung sieht nach Vorgaben der Europäischen Union beispielsweise für Kunststoffe eine Recycling-Quote von mindestens 22,5 Prozent vor - viel zu niedrig, kritisieren Grünen-Politiker. Die Quote müsse dringend vom Gesetzgeber erhöht werden, fordert die Vorsitzende des Bundestag-Ausschusses für Umwelt, Bärbel Höhn (Grüne). "Sonst fühlt man sich als Mülltrenner sehr schnell veräppelt, wenn ein großer Teil des Mülles wie bei der grauen Tonne in der Verbrennung landet."

Auch Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter ist verärgert: "Es kann nicht sein, dass fast die Hälfte der mühsam im gelben Sack gesammelten Abfälle verbrannt wird und der Gesetzgeber dabei zuschaut", sagte er der "Abendzeitung München" (Mittwoch). Bequemlichkeit und Profite der Unternehmen dürften den Zweck der Mülltrennung nicht aushebeln.

Nach dem Entwurf eines neuen Verpackungsgesetzes wären die Dualen Systeme künftig aber verpflichtet, mehr Kunststoffe zu recyceln als jetzt, nämlich 63 Prozent, erklärte Hartmut Hoffmann, der Sprecher Arbeitskreises Abfall und Rohstoffe beim Umweltverband BUND. Die Mindestquote für die Verwertung von Verpackungsabfällen in Deutschland liege derzeit bei 36 Prozent, so Hoffmann. "Es ist aber mehr möglich."

Die Recycler könnten noch mehr Kunststoffe verwerten. Dies blockiere die Politik. Bei Altpapier, Glas und Metallen funktioniere die Verwertung sehr gut, betonte Hoffmann.

Im Jahr 2015 wurden nach Angaben des Grünen Punktes rund 2,1 Millionen Tonnen gebrauchte Verpackungen recycelt - umgerechnet seien das etwa 95 000 volle Lkws.

Das Verpackungsgesetz soll nach Angaben des Bundesumweltministeriums noch im Herbst vom Kabinett verabschiedet werden. "Dieses sieht vor, dass rund 60 Prozent der in Verkehr gebrachten Kunststoffverpackungen recycelt und damit als Kunststoff wieder verwendet werden müssen", teilte das Ministerium mit.

Entwurf Verpackungsgesetz

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