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Marius Müller-Westernhagen war zu Gast in der NDR-Sendung „3nach9“.

„Du kannst heute Wahl mit einem Slogan gewinnen“

Westernhagen in NDR-Talkshow 3nach9: Leute zu blöd für Demokratie 

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Musiker Marius Müller-Westernhagen war am vergangenen Freitag zu Gast in der NDR-Talkshow „3nach9“ - und behauptete: Die Leute sind zu blöd für die Demokratie.

Bremen - Judith Rakers und Giovanni di Lorenzo hatten eingeladen: Der Musiker Marius Müller-Westernhagen war als Gast in die NDR-Talkshow „3nach9“ gekommen, die am Freitagabend ausgestrahlt wurde. Er nutze das Format für eine grundsätzliche Abrechnung mit der heutigen Jugend und den gesellschaftlichen Entwicklungen. 

Marius Müller-Westernhagen: „Das ist nicht mehr zu ertragen“

Der 69-Jährige stellte zunächst klar, wieso er urteilen darf: „Ich finde, dass Menschen, die sehr lange gelebt haben und die schon sehr viel gesehen haben, immer dazu angehalten sind, zu warnen vor Tendenzen, die sie sehen allein aufgrund ihrer Erfahrung.“

Und so legte er los: Zuerst sprach er über die Gefahren der Digitalisierung, dann ging es ihm um die Demokratie: „Die meisten sind in einer Art und Weise entpolitisiert, das ist nicht mehr zu ertragen.“

„Du kannst heute mit einem Slogan gewinnen“ meint Marius Müller-Westernhagen

Auf die Nachfrage di Lorenzos, wann die Menschen denn jemals politischer waren, blickte Müller-Westernhagen auf seine eigene Jugend zurück. Seine Generation sei politisch und gesellschaftlich interessierter gewesen. Die Menschen jetzt seien aber nicht mehr kompetent genug, um die Herrschaft des Volkes auszuüben, wie es in der Demokratie vorgesehen wird. „Du kannst heute eine Wahl mit einem Slogan gewinnen, nicht mehr mit Inhalten“, bedauerte der Musiker. 

Er verwies auf US-Präsident Donald Trump für den selbst der TV-Sender CNN, mit dem er im ständigen Konflikt steht, ein Promotion-Apparat geworden sei. Außerdem erinnerte Müller-Westernhagen daran, dass auch Hitler wie viele andere Diktatoren, zunächst rechtmäßig gewählt und an die Macht gekommen sei. Man müsse wachsam bleiben und für die Demokratie kämpfen. 

Der Rock-Musiker meint, die Grundhaltung der Menschen habe sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Sie seien heute egoistischer, opportunistischer und konformistischer geworden.

Marius Müller-Westernhagen bei 3nach9: Der Auftritt im Video

TV-Köchin Wiener: „Vom rechten Weg abgekommen“

Westernhagens Kulturpessimismus schloss sich TV-Köchin Sarah Wiener in der Sendung an: „Unsere Generation ist vom rechten Weg abgekommen.“ De facto sei es „so schlimm wie noch nie“, glaubt Wiener. Die Probleme würden heute tiefer sitzen als noch vor 40 Jahren. Man gehe aber nie an die Ursachen heran, bedauert die Köchin. 

Manche Zuschauer waren empört: „Dauerpessimistische Vergreisung“

Bei einigen jungen Zuschauern kamen Müller-Westernhagens Thesen dagegen nicht gut an. „Ich bin nicht dumm und auch nicht ein Großteil der Jugend“, beschwerte sich etwa ein Twitter-Nutzer. Ein anderer warf dem Musikstar eine „dauerpessimistische Vergreisung vor“. Es sei „einer der schlimmsten Talkshow-Auftritte seit langem“ gewesen. 

Zuletzt sorgte Müller-Westernhagen für Aufsehen, weil er aus Protest alle seine Echos zurückgab. Er reagierte damit auf den Eklat um Farid Bang und Kollegah. 

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