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Außenminister Guido Westerwelle (re.) bei seinem Besuch in Athen im Gespräch mit dem griechischen Premierminister Antonis Samaras.

Westerwelle:

„Es gibt auch gute Nachrichten aus Griechenland“

Athen - Außenminister Westerwelle macht den Griechen Mut: Im Kampf gegen die Schuldenkrise sieht der FDP-Politiker Fortschritte. Doch zugleich warnt er bei einem Athen-Besuch vor einem Abebben des Reformeifers.

Im Kampf gegen die Schuldenkrise machen die Griechen nach Ansicht von Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) Fortschritte. „Man kann es mit den Händen spüren. In Griechenland bewegt sich etwas“, sagte Westerwelle am Donnerstag nach einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Antonis Samaras. „Es gibt auch endlich gute Nachrichten und erfolgversprechende Entwicklungen“. Das hoch verschuldete Griechenland hält die Eurozone seit mehr als drei Jahren in Atem.

Einen weiteren Schuldenschnitt für den Staat schloss Westerwelle erneut aus: „Jetzt geht es darum, dass die Reformen vorangebracht werden. Die Reformen beginnen doch zu wirken“, sagte Westerwelle weiter. Sie jetzt infrage zu stellen, wäre ein großer Fehler.

Westerwelle hatte sich in Griechenland zwei Tage lang über den Fortgang des Reformkurses informiert. Dabei zollte er seinen Gastgebern Respekt für deren Anstrengungen. „Erste Ergebnisse stellen sich ein, ein neuer Anfang, neuer Wohlstand ist möglich, die Exporte steigen, das Haushaltsdefizit sinkt, Verkrustungen brechen auf“, sagte der FDP-Politiker nach einem Gespräch mit dem griechischen Außenminister und Vizeregierungschef, dem Sozialisten Evangelos Venizelos, am späten Mittwochabend. Zugleich ermahnte er die Regierung in Athen aber auch, in ihrem Reformeifer nicht nachzulassen.

Für den Krisenstaat war 2010 das erste Euro-Rettungspaket geschnürt worden. Die Geldgeber machen Druck, weil es ihrer Ansicht nach bei der Umsetzung vereinbarter Reformen hakt. Zudem hält sich eine vom Internationalen Währungsfonds (IWF) angestoßene Debatte um eine abermalige Schuldenerleichterung für Athen in den Schlagzeilen.

dpa

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