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Guido Westerwelle bei seinem Besuch im Atomkraftwerk Isar II in Essenbach vor drei Jahren. 

Westerwelle: 10 bis 15 Jahre längere Laufzeiten

Berlin - Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP) hat sich für eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken um mindestens zehn Jahre ausgesprochen.

“In der Diskussion gewesen ist ein Korridor zwischen 10 und 15 Jahren und ich sage Ihnen voraus, in dieser Größenordnung wird es auch beschlossen werden“, sagte der FDP-Chef im ZDF-Sommerinterview, das am Sonntagabend ausgestrahlt werden sollte. Auf genaue Jahreszahlen wolle er sich jedoch noch nicht festlegen, “bevor wir ein Energiekonzept vorgestellt haben und es insgesamt in der Regierung verabredet ist“, sagte der Außenminister.

Am Freitag war der Bundesregierung ein Gutachten übergeben worden, dass die Effekte von 4, 12, 20 und 28 Jahre längeren Laufzeiten berechnet hat. Die Gutachter kommen laut Medienberichten zu dem Schluss, dass 12 oder 20 Jahre längere Laufzeiten die größten Effekte für den Klimaschutz und die Strompreisentwicklung hätten. Das Gutachten wurde am Wochenende noch von Experten des Wirtschafts- und Umweltministeriums ausgewertet. Für Kritik sorgt die Methodik. Umweltschützer sehen eine Benachteiligung erneuerbarer Energien. Auf Basis des Gutachtens will die Regierung bis Ende September ihre Entscheidung über die Atom-Laufzeiten treffen. Bei mindestens zehn Jahren mehr würde der letzte Meiler etwa 2035 vom Netz gehen.

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will die Laufzeiten nach dem Gutachten um mindestens 12 Jahre verlängern. “Die Szenarien haben ergeben, dass der volkswirtschaftliche Nutzen bei einer Laufzeitverlängerung zwischen 12 und 20 Jahren höher ist als bei den Extrem-Varianten mit 4 und 28 Jahren. Deshalb sollten wir uns dazwischen einigen“, sagte Brüderle der “Wirtschaftswoche“.

dpa

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