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Erstes Video des US-Informanten

Whistleblower Snowden warnt vor Staatsspionage

Moskau - Im ersten Clip seit seinem Untertauchen in Russland kritisiert der von den USA als Verräter gejagte Informant Edward Snowden erneut scharf die Überwachung durch den Staat.

Die Überwachungsprogramme des Geheimdienstes NSA seien wie ein „riesiges Schleppnetz, das ganze Bevölkerungen unter eine Art Auge stellt, das alles sieht, selbst wenn es nicht notwendig ist“, sagte der 30 Jahre alte Snowden in dem von der Enthüllungsplattform Wikileaks am späten Freitagabend veröffentlichtenMitschnitt.

Derzeit werde den Menschen in der ganzen Welt klar, dass Geheimdienstprogramme „uns nicht mehr Sicherheit geben. Sie (...) beschränken unsere Fähigkeit zu reden, zu denken, zu leben und kreativ zu sein sowie Beziehungen und freien Umgang untereinander zu haben“, fügte Snowden hinzu.

Russland hat dem früheren Mitarbeiter des Geheimdienstes NSA, der mit seinen Enthüllungen über die US-Spähprogramme weltweit für Furore gesorgt hatte, trotz aller Protest aus den USA vorläufiges Asyl gewährt.

In dem laut Wikileaks vor wenigen Tagen in Moskau aufgenommenen Video kritisiert Snowden Staatsüberwachung als „unnötig“ und letztendlich schädlich. „Sie schaden unserer Wirtschaft. Sie schaden unserem Land.“

Fünf Fakten rund um Skandal-Enthüller Snowden

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Auf dem Clip ist auch zu sehen, wie Snowden - in schwarzem Sakko und blauem Hemd - den Sam Adams Award erhält. Der Preis von Ex-US-Sicherheitsbeamten ist nach einem ehemaligen CIA-Mann benannt, der Falschinformationen im Vietnam-Krieg aufgedeckt hatte.

Die US-Anwältin Jesselyn Radack, die an dem Treffen teilnahm, warnte Snowden vor einer Rückkehr in die Vereinigten Staaten. „In den USA ist jetzt eine sehr gefährliche Zeit für Whistleblower“, sagte sie dem russischen Fernsehsender RT. Auf dem Video ist auch Thomas Drake zu sehen, der zur NSA-Führungsebene gehörte und 2001 ausstieg.

Snowden war am 23. Juni aus Hongkong kommend auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo gelandet. Die USA fordern seine Auslieferung. Sie wollen ihn wegen Geheimnisverrats vor Gericht stellen. Russland lehnt eine Abschiebung ab.

Snowden hatte sich diese Woche mit seinem Vater getroffen, der dafür nach Moskau gereist war. Zuletzt hatte Edward Snowden sich am 12. Juli bei einem Treffen mit russischen Menschenrechtlern auf dem Flughafen Scheremetjewo gezeigt.

dpa

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