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Gerda Hasselfeldt.

Teilrente ab 60

Widerstand gegen DGB-Vorstoß zur Teilrente ab 60

Berlin - Der Renteneintritt soll flexibler gestaltet werden. Darüber sind sich alle einig. Die Überlegungen des DGB, dabei auch die Altersgrenze für die Teilrente herabzusetzen, lösen jedoch Kopfschütteln aus.

Die Forderung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) nach einem flexiblen Übergang in die Rente schon ab 60 Jahren stößt auf breite Ablehnung. „Der DGB sollte seine Glaubwürdigkeit nicht mit irrwitzigen Forderungen aufs Spiel setzen“, sagte CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt dem „Münchner Merkur“ (Samstag). Es sei wirklichkeitsfremd, in einer älter werdenden Gesellschaft die Rente mit 60 zu fordern.

Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) bezeichnete eine generelle Herabsetzung des Renteneintrittsalters als falsch. Nötig sei Flexibilität statt starrer Regelungen, sagte der SPD-Politiker der Nachrichtenagentur dpa in Düsseldorf. Um dem demografisch bedingten Fachkräftemangel zu begegnen, brauche Deutschland den „Sachverstand der Älteren“.

Union und SPD haben vereinbart, mit den Tarifpartnern Regelungen für einen flexibleren Ausstieg aus dem Beruf auszuarbeiten. Der DGB dringt darauf, im Zuge dieser Gespräche die Möglichkeiten zur Teilrente zu erweitern. Konkret sollen Beschäftigte künftig bereits mit 60 Jahren statt wie bisher mit 63 Jahren eine Teilrente beziehen können. Auch die Arbeitgeber lehnen dies ab.

Der Chef der Mittelstandsvereinigung von CDU und CSU, Carsten Linnemann, verwies auf den schwarz-roten Koalitionsvertrag. Dort sei vereinbart, dass man den Erfahrungen und Potenzialen Älterer mehr Geltung verschaffen wolle. „Es geht darum, Beschäftigungshürden abzubauen statt neue zu errichten“, sagte Linnemann der „Saarbrücker Zeitung“ (Samstag).

Nach Informationen der „Rheinische Post“ peilt der DGB die Teilrente ab 60 „als eigene Rentenart“ an. Damit sei ein verbesserter Rechtsanspruch auf sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeit im Alter zu verbinden, außerdem höhere und flexiblere Hinzuverdienstgrenzen bei Teilrenten und auch bessere Möglichkeiten für Aufstockungsbeiträge in der Gesetzlichen Rentenversicherung, zitiert die Zeitung aus einem ihr vorliegenden DGB-Papier.

Die Gewerkschaften wollten mit diesem Vorstoß auf eine „Sicherungslücke“ reagieren, in die alle hineinrutschten, die zu jung für die Altersrente, zu krank für die Vollzeitarbeit und zu gesund für die Erwerbsminderungsrente seien, heißt es in dem Bericht.

dpa

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