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Trennen sich ihre Wege nach der Landtagswahl endgültig? CSU-Chef Horst Seehofer und Ministerpräsident Markus Söder eint wohl nur noch das Parteibuch.

Zukunft nach der Wahl

Wie geht es mit der CSU und Horst Seehofer weiter? Geplante Telefonschalte der JU lässt aufhorchen

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Am Sonntag ist es soweit: Bayern wählt einen neuen Landtag. Besonders bei der CSU könnte dieser Termin Spuren hinterlassen. Doch wie könnte sich ein historisches Debakel innerhalb der Partei auswirken?

München - Das Rennen ist fast gelaufen: Am Sonntag stimmen die Bayern über den neuen Landtag ab. In der letzten Wahlprognose im Auftrag von Spiegel Online und Augsburger Allgemeine schaffte Söders CSU am Donnerstag nur noch 32,9 Prozent. Auf Platz zwei landen die Grünen mit 18,5 Prozent. Die AfD liegt auf Platz drei mit 12,8 Prozent. Die SPD ist abgeschlagen mit elf Prozent. FDP (5,9 %) und Linke (3,9 %) bangen um den Einzug. Doch vor allem bei der CSU liegen die Nerven blank. Einerseits werden noch hektisch Wahlgeschenke verteilt, andererseits Attacken gegen die politischen Gegner geritten. Und hinter den Kulissen gärt schon der Machtkampf um den Parteivorsitz. Es wird damit gerechnet., dass Seehofer abtreten wird. Und was passiert mit Söder?

Wer muss gehen? Markus Söder? Horst Seehofer?

Was passiert nach der CSU-Pleite, mit der viele am Sonntag rechnen? Dass Parteichef Horst Seehofer spätestens am Montag zurücktreten wird, gilt in Teilen der CSU als sicher. Kleines Problem dabei: Seehofer hat das gar nicht vor. Glaubt man Leuten, mit denen er sich jüngst beraten hat, dann ist der 69-Jährige mitnichten gewillt, den Sündenbock zu geben, falls das Ergebnis irgendwo mindestens Mitte 30 Prozent liegt. In Interviews am Wochenende schob er die Hauptverantwortung in Richtung Ministerpräsident Markus Söder. In großer Ruhe macht er Termine für die nächsten Wochen aus. „Ich fühle mich pudelwohl“, sagt er. „Er wird nicht loslassen“, heißt es in Söders Umfeld.

Für Sonntagnachmittag, wenn inoffiziell die ersten Prognosen kursieren, ist die Spitze der Jungen Union zur Telefonschalte verabredet. Bisherige Erwägung: sofort Seehofers Rücktritt fordern, Söder stützen. Nach Informationen des Münchner Merkur haben ähnliches mehrere Bezirksvorsitzende oder ihre Vertreter besprochen. Aber auch an Markus Söder ist in der Partei Kritik zu hören. Die Rede ist von einem „dilettantischem Wahlkampf“ der viel zu sehr von seinem eigenen Ego gesteuert sei. An seiner Pleite wäre er schon auch selber schuld.

Es wird langsam eng für den CSU-Chef: Horst Seehofer hat in der Partei nicht mehr allzu viele Unterstützer.

Die letzten Wahlgeschenke von Söder und Co.

In der letzten Woche tritt die CSU nochmal aufs Gas beim Ausgeben von Steuergeld, um um Stimmen zu werben. Ministerpräsident Markus Söder versprach in der „BR Wahlarena“ überraschend, dass die Brennerzulaufstrecken im Inntal durch Tunnel geführt werden sollen. Wer das zahlt, verriet er nicht. Außerdem kündigte er entgegen früherer Aussagen das Ende befristeter Lehrerverträge an.

Bundesverkehrsminister Anderas Scheuer erklärte dem Münchner Merkur am Montag, dass die umstrittene Autobahnmaut noch in dieser Legislaturperiode kommt. Die CSU bezeichnet sie als „Ausländermaut“, es wird aber damit gerechnet, dass auch einheimische Autofahrer Mehrbelastungen haben werden.

Auch Wohn- und Bauministerin Ilse Aigner ist auffällig emsig im Verteilen von Geld. Montags schrieb sie einen Brief an OB Dieter Reiter (und eine Pressemitteilung), dass München beim Bau einer Seilbahn am Frankfurter Ring mit Fördergeld rechnen darf. Zugleich brachte Aigner den ersten Förderbescheid zur bayerischen Eigenheimlage über 10.000 Euro persönlich bei der Familie Wistop bei Moosburg vorbei.

In den letzten Tagen vor der Wahl ist bei der CSU noch mal Geld Verteilen angesagt. Hier bekommen die Wistops von llse Aigner persönlich den Bescheid über 10.000 Euro Eigenheimzulage überreicht.

Die Wackelkandidaten der CSU

Welche Münchner sitzen im neuen Landtag? Schwer dürfte es Ex-Kultusminister Ludwig Spaenle haben. Schon die letzten Wahlen gingen knapp für ihn aus. Nun ist der Ministerbonus weg und die Stimmung für die CSU schlecht. Auch Mechthilde Wittmann hat ihre zweite Abgeordnetenperiode nicht sicher. Sie kam 2013 nur über die Liste rein.

Bürgermeister Josef Schmid will in den Landtag wechseln, seine Partei glaubt, dass er bei der OB-Wahl 2020 gegen Dieter Reiter (SPD) keine Chance hat. Am Sonntag muss er gegen den bekannten Ex-Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne) antreten. Zwar gilt der Münchner Westen als CSU-Hochburg, doch viele Zugezogene und die gegenwärtige Stimmung machen die Wahl unberechenbar. Hans Theiss muss in der Mitte gegen Grünen-Chef Ludwig Hartmann in den Ring, angesichts des Höhenfluges der Öko-Partei fast aussichtslos. Das Gleiche gilt für Tina Pickert, die in Milbertshofen gegen Grünen-Chefin Katharina Schulze und Ruth Waldmann bestehen müsste. Waldmann hatte 2013 das einzige Direktmandat für die SPD geholt. Ob das nochmal gelingen kann?

Steht vor einer hohen Hürde: Bürgermeister Josef Schmid tritt bei der Landtagswahl für die CSU gegen Ex-Bürgermeister Hep Monatzeder von den Grünen an.

Seehofer unter Druck

Am Montag überraschte der Ministerpräsident alle mit einer ungewöhnlichen Aktion und trotzt den Rücktritts Gerüchten.

Lesen Sie auch: Kohnen alarmiert vor Bayern-Wahl: „Das rollt seit Jahren auf uns zu“

CD/We

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