+
Alle Bemühungen für ein Ende des Blutvergießens in der Ostukraine waren bisher erfolglos.

Merkel beharrt auf Friedensgesprächen

Wieder heftige Kämpfe in der Ostukraine

Kiew/Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt angesichts der blutigen Kämpfe in der Ostukraine auf eine rasche Fortsetzung der abgebrochenen Gespräche im weißrussischen Minsk.

Das habe sie bei einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und dem französischen Staatschef François Hollande gesagt, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntag mit. Die Gesprächsteilnehmer hätten die prorussischen Separatisten aufgerufen, die Gespräche in Minsk nicht zu blockieren. Russland müsse in diesem Sinne auf die Rebellen einwirken. Es gehe jetzt darum, einen dauerhaften Waffenstillstand zu ermöglichen.

Das erste Treffen der sogenannten Kontaktgruppe seit mehr als einem Monat war am Vortag gescheitert. Nach fast vierstündigen Gesprächen warfen sich die Vertreter der Konfliktparteien gegenseitig vor, eine Einigung mit "ultimativen Forderungen" verhindert zu haben. Die Abgesandten hatten unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) versucht, sich in den Fragen einer Feuerpause und eines Rückzugs schwerer Waffen zu einigen.

Statt über eine Waffenruhe zu sprechen, hätten die Aufständischen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk eine Korrektur bisheriger Vereinbarungen gefordert, kritisierte die OSZE. Nun stehe der Friedensprozess insgesamt auf der Kippe, meinte Waleri Tschaly von der Präsidialverwaltung in Kiew.

Die Gefechte gingen unterdessen mit unverminderter Härte weiter. Die Kämpfe dauerten an allen Frontabschnitten an, teilten Medien in Kiew mit. Mindestens 28 Soldaten und 22 Zivilisten seien zuletzt getötet worden, hieß es. Seit April starben bei dem Konflikt in der Ostukraine den Vereinten Nationen zufolge bereits mehr als 5000 Menschen. An diesem Donnerstag wird US-Außenminister John Kerry in Kiew erwartet.

Bei der Explosion von Munition in einem Truppenlager der ukrainischen Armee bei der Stadt Cherson starben zudem mindestens sechs Soldaten. Mehrere Sprengkörper seien nahe der Stadt Cherson aus zunächst ungeklärten Gründen detoniert, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew örtlichen Medien zufolge mit. Cherson liegt nahe der von Russland einverleibten Schwarzmeer-Halbinsel Krim.

dpa

Kreml zum Telefonat, Russisch

OSZE-Mitteilung

Vermeintlicher Frontverlauf

Bundesregierung zum Telefonat

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Heftiger Schmuggel-Vorwurf gegen Scheuer: CSU-General schießt zurück
SPD-Vize Ralf Stegner wirft CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer vor, einen Satz im Sondierungspapier heimlich eingetragen zu haben. Für Vertrauen zwischen SPD und Union …
Heftiger Schmuggel-Vorwurf gegen Scheuer: CSU-General schießt zurück
Amtszeit-Begrenzung: Landtags-Opposition will Söder beim Wort nehmen
Markus Söder will die Amtszeit der bayerischen Ministerpräsidenten begrenzen. Die Landtags-Opposition ist Feuer und Flamme - und fordert Tempo.
Amtszeit-Begrenzung: Landtags-Opposition will Söder beim Wort nehmen
„Blasen sich in Verhandlungen immer auf“: CDU-Ministerpräsident attackiert CSU
Nach den Sondierungen könnten Gespräche über eine neue GroKo starten - wenn der Parteitag der SPD zustimmt. Die Sozialdemokraten hadern aber mit den …
„Blasen sich in Verhandlungen immer auf“: CDU-Ministerpräsident attackiert CSU
Widerstand in der SPD gegen Koalitionsverhandlungen wächst
SPD-Chef Schulz wirbt in NRW weiter für die Neuauflage der großen Koalition. Gleichzeitig melden sich immer mehr Gegner der GroKo zu Wort. Kann die SPD-Spitze die …
Widerstand in der SPD gegen Koalitionsverhandlungen wächst

Kommentare