Im Dauerseinsatz: Polizei und WEGA in Wien.
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Im Dauerseinsatz: Polizei und WEGA in Wien.

Nach Wien-Anschlag

Kurz greift hart durch und schließt einige Moscheen - martialisches Foto fällt ihm auf die Füße

  • Patrick Mayer
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Nach dem Terror-Anschlag von Wien lässt Österreich mutmaßlich radikale Moscheen schließen. In einer rückt das Sondereinsatzkommando WEGA an.

  • Anschlag von Wien: Bei einem islamistisch motivierten Terroranschlag werden am 2. November in der österreichischen Hauptstadt vier Menschen getötet und 22 teils schwer verletzt.
  • Die Polizei-Sondereinheit WEGA erschießt den mutmaßlichen Attentäter neun Minuten nach Beginn des Angriffs.
  • Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) ordnet nun die Schließung aller radikalen Moscheen an - SEK stürmt rituellen Ort in Wien.

München/Wien - Der deutsche Nachbar kommt wenige Tage nach dem fürchterlichen Terror-Anschlag von Wien nicht zur Ruhe.

Mitten in der Coronavirus-Pandemie hat die mutmaßlich islamistisch motivierte Attacke im Herzen der Donau-Metropole Österreich tief erschüttert. Ein 20-jähriger Attentäter erschoss am Montagabend, 2. November, mit einer Langwaffe vier wehrlose Zivilisten und verletzte 22 Menschen, darunter einen Polizisten, teils schwer.

Terror-Anschlag von Wien: Kanzler Sebastian Kurz und Innenminister Karl Nehammer ehren WEGA-Polizisten

Neun Minuten nach Beginn der Attacke wurde der Attentäter durch zwei Beamte der Sondereinheit WEGA gestoppt - sie erschossen den jungen Mann, der zudem mit einer Faustwaffe und einer Machete bewaffnet war.

Am Freitagvormittag, 6. November, ehrten Bundeskanzler Sebastian Kurz und Innenminister Karl Nehammer (beide ÖVP) die beiden Polizisten mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik. Allerdings: Das zugehöriges Pressefoto sorgte allerdings auch für Kritik. Zu lesen war in den sozialen Netzwerken unter anderem, die Politiker hätten sich zu sehr in den Vordergrund gerückt. Die Polizisten seien de facto „nur ein Objekt oder Instrument in einer größeren Inszenierung“, sagte auch die Politologin Lore Hayek demStandard. Für Irritationen sorgte auch die - mutmaßlich zum Persönlichkeitsschutz vorgenommene - Vermummung der Polizisten mit Sturmhauben.

Und nicht nur das: Zum selben Zeitpunkt lief in Wien (circa 1,9 Millionen Einwohner) offenbar bereits ein Polizeieinsatz derselben Einheit gegen eine mutmaßlich radikale Moschee.

Laut Nachrichtenportal krone.at stürmten WEGA-Beamte die Tewhid-Moschee in der Murlingergasse im 12. Bezirk (Meidling). Diese soll der Attentäter immer wieder besucht haben.

Terror-Anschlag von Wien: Österreichische Regierung ordnet Schließung mutmaßlich radikaler Moscheen an

Mehr noch: Nehammer und Kultusministerin Susanne Raab (ÖVP) kündigten am Freitag die Schließung radikaler Moscheen an.

So soll zum Beispiel eine Moschee in der Haslingergasse im 16. Wiener Bezirk (Ottakring) umgehend geschlossen werden. Dabei soll es sich um die Melit-Ibrahim-Moschee handeln.

Auch diese Moschee habe laut Verfassungsschutz die Radikalisierung des Attentäters begünstigt, schreibt krone.at weiter. Weitere radikale Islamisten, die den Behörden bekannt sind, sollen dort ein- und ausgegangen sein. (pm)

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