Sachsens Ministerpräsident Tillich tritt zurück

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Neubau als "Reservepiste"

„Wiesheu-Plan“ soll dritte Startbahn retten

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München - Plan "W" soll die dritte Startbahn retten. Wirtschaftsnahe CSU-Politiker arbeiten an einem Konzept, um Parteichef Horst Seehofer doch noch für den Ausbau des Münchner Flughafens zu gewinnen.

Der ehemalige Minister Otto Wiesheu hat nach Informationen unserer Zeitung Überlegungen ausgearbeitet, die als „Wiesheu-Plan“ in der Parteispitze kursieren.

Kern der Pläne: Die Stadt München soll mit einer Paketlösung vom Verkauf ihrer Flughafenanteile überzeugt werden. Denkbar (aber noch nicht festgelegt) sind Bündelungen mit Großinvestitionen wie in die zweite S-Bahn-Stammstrecke oder den Konzertsaal. Münchens neuerdings knappe Finanzlage werde dabei helfen, hoffen Startbahn-Befürworter. Bisher kann die Stadt mit ihrem Anteil den Bau der dritten Startbahn blockieren. So verlangt es auch ein Bürgerentscheid aus dem Jahr 2012, der zwar nicht mehr rechtlich, aber politisch Bindungswirkung hat.

Teil zwei des Wiesheu-Plans: Die dritte Startbahn soll gebaut, aber nur als „Reserve“ betitelt werden. Sie soll also nur zu Spitzenzeiten eingesetzt werden, nicht am Wochenende oder in den späteren Abendstunden. So könnte man zwei Bedenken zusammenführen: Seehofers Sorge, die Flugzahlen begründeten aktuell keine neue Piste – und die Sorge des Flughafens, zu Spitzenzeiten sei man eben doch überlastet.

Seehofer bestätigte die Existenz des Wiesheu-Plans, wollte sich darauf aber nicht festlegen. „Otto Wiesheu hat jetzt als einziger konkret was auf den Tisch gelegt. Das ist ein ernstzunehmender Diskussionsbeitrag, den wir jetzt besprechen“, sagte der Ministerpräsident unserer Zeitung. „Wir brauchen neue Argumentationen. Nur mit der Aussage ,Das ist wichtig‘ werden wir die Bürger nicht überzeugen.“ Seehofer erneuerte seine Aufforderung an die Flughafengesellschaft, Fakten und Argumentationen beizusteuern. Sie müsse „da jetzt einiges liefern“. Von seinen Aussagen vor Ort in Attaching, die als Skepsis gegenüber der dritten Startbahn interpretiert wurden, rückt er nicht ab. „Was ich der Bevölkerung gesagt habe, gilt nach wie vor: Die Bürgerinitiativen haben starke Argumente.“

Der Wiesheu-Plan ist Ausdruck des Tauziehens um Seehofer hinter den Kulissen. Wirtschaftsvertreter, gerade die Spitzen der Verbände, fordern vehement den Startbahn-Bau ein. Vor Ort gibt es hingegen massivste Widerstände, auch in der örtlichen CSU. „Für mich bleibt als Stimmkreisabgeordneter das oberste Ziel, die dritte Startbahn insgesamt zu verhindern“, sagt der Freisinger Florian Herrmann. Nur für den Fall, dass sie gebaut werde, müsse man versuchen, die Belastung der Bevölkerung so gering wie möglich zu halten.

Seehofer will nun nochmal mit den Spitzen der Stadt reden, sagte er unlängst vor CSU-Abgeordneten. Ein Geheimtreffen mit den Münchner CSU-Politikern Ludwig Spaenle und Josef Schmid fand bereits statt. Für die zweite Novemberhälfte wird noch ein Termin mit Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) gesucht. 

Til Huber

Rubriklistenbild: © dpa

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