Wikileaks-Gründer Assange frei

London - Wikileaks-Gründer Julian Assange darf das Gefängnis in London verlassen. Das entschied das höchste britische Zivilgericht in zweiter Instanz. Seit Donnerstagnachmittag ist er in Freiheit. 

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange ist am Donnertag aus der Haft entlassen worden. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur PA am Donnerstag. Er muss sich in den kommenden Wochen auf einem Landsitz in England aufhalten, den er als ständige Adresse angegeben hat, und unter anderem eine elektronische Fußfessel tragen, hatte ein Gericht zuvor entschieden. Der Oberste Gerichtshof in London wies am Donnerstag einen Berufungsantrag der schwedischen Staatsanwaltschaft zurück. Diese hatte argumentiert, bei einer Freilassung Assanges bestehe Fluchtgefahr. Am Dienstag hatte ein Gericht angeordnet, den Australier gegen eine Kaution von 200.000 Pfund (236.000 Euro) auf freien Fuß zu setzen.

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Assange war seit gut einer Woche in Haft, nachdem er sich wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden der britischen Polizei gestellt hatte. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen und von einer Intrige gesprochen.

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Nach einem Bericht der Zeitung “The New York Times“ (Onlineausgabe) von Donnerstag bereitet die Staatsanwaltschaft der USA eine eigene Klage gegen Assange vor. Hierfür werde untersucht, ob Assange direkten Kontakt zum Obergefreiten der US-Streitkräfte Bradley Manning hatte, der Wikileaks geheime Dokumente zugespielt haben soll.

Hierbei sei entscheidend, ob der Wikileaks-Gründer den Obergefreiten dazu anstiftete und half, Geheimnisverrat zu begehen. Sollte dies der Fall sein, könne die Staatsanwaltschaft Assange in den USA wegen Verschwörung vor Gericht stellen, berichtete die Zeitung. Die Behörden vermuteten, dass Assange online direkten Kontakt zu Manning hatten. Der mittlerweile inhaftierte Manning selbst habe angegeben, dass Assange ihm Zugriff auf die Server von Wikileaks gab, um die Dokumente hinaufzuladen.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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