William McKinley, 25. US-Präsident
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William McKinley, 25. US-Präsident

Der 25. Präsident der Vereinigten Staaten

William McKinley: Leben und Karriere des US-Präsidenten

  • vonCarolin Schulz-Osterloh
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William McKinley war US-Präsident vor Theodore Roosevelt.

  • Ein anarchistischer Attentäter tötete ihn kurz nach Beginn seiner zweiten Amtszeit
  • Gold war für ihn die einzige Währung, die in den USA Gültigkeit haben sollte
  • Im Krieg gegen Spanien konnte er das Staatsterritorium der USA signifikant erweitern

Das Grab William McKinleys befindet sich in einem Mausoleum in Canton. Auch seine Frau und seine beiden Töchter wurden dort beigesetzt.

William McKinley (*29.01.1843, †1901) war der 25. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er amtierte von 1897 bis 1901. Unter seiner Regierung führten die Vereinigten Staaten einen erfolgreichen Krieg mit Spanien. Der Goldstandard wurde rechtlich zur Norm. Unternehmer und Arbeiter gleichermaßen waren seiner Politik wohlgesonnen, die der Bevölkerung nach der großen Depression von 1896 einen großen Wirtschaftsaufschwung bescherte. Kurz nach Antritt seiner zweiten Amtszeit wurde er von einem anarchistischen Attentäter angeschossen, der die Politik des Präsidenten und generell das amerikanische Politiksystems ablehnte. Wenige Tage nach dem Attentat erlag McKinley seinen Wunden. Sein Nachfolger wurde sein Vizepräsident Theodore Roosevelt (*27.10.1858, †1919).

William McKinley: Kindheit und Familie

1843 wurde William McKinley in Niles, Ohio als siebtes von insgesamt neun Kindern geboren. Beide Elternteile stammten aus Unternehmerfamilien aus der Metallverarbeitung und dem Eisenhandel. 1852 zog seine Familie nach Poland, Ohio, aufgrund der besseren Schullandschaft. Nach seiner Schulzeit wechselte McKinley 1859 für ein Jahr auf das Allegheny College in Meadville, Pennsylvania. Der Abbruch erfolgte krankheitsbedingt wegen anhaltender Depressionen. Einen erneuten Besuch des Colleges konnte er sich nicht leisten, sodass er schließlich den Berufsweg des Lehrers einschlug.

Seine Ehefrau Ida Saxton (*08.06.1847, †1907) lernte William McKinley 1867 auf einem Picknick in Canton, Ohio kennen. Beide heirateten vier Jahre später. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Die frühen Tode beider Kinder zusammen mit dem Tod ihrer Mutter bestimmten das restliche Leben seiner Frau. Sie entwickelte eine Depression und litt Zeit ihres Lebens unter Epilepsie. Beide Krankheiten nahmen ein derartiges Ausmaß an, dass sie der ständigen Pflege ihres Mannes bedurfte und als invalide galt.

William McKinley: Militärische und politische Karriere

Beim Ausbruch des Bürgerkrieges 1861 meldete sich William McKinley gemeinsam mit seinem Cousin freiwillig für die Armee. Beeindruckt durch seine Art mit Menschen umzugehen, baute McKinley während seines Militärdienstes eine starke Freundschaft zu Rutherford B. Hayes (*04.10.1822, †1893) auf, den späteren 19. Präsident der Vereinigten Staaten und damals Vorgesetzten Williams. Er nahm an der Schlacht am Antietam teil, die als eine der brutalsten des Bürgerkrieges gilt. Kurz vor Ende des Krieges und seiner Ausmusterung wurde McKinley zum Major befördert.

Nach Kriegsende kehrte William McKinley zurück nach Poland, Ohio zurück und strebte eine Karriere als Jurist an. Nach einem Jahr des Studiums bei einer lokalen Kanzlei wechselte er 1866 kurzzeitig auf die Albany Law School in New York. 1867 erhielt er in Warren, Ohio die Zulassung als Anwalt und eröffnete eine eigene Kanzlei in Canton, Ohio. Im gleichen Jahr unterstützte er seinen Freund Hayes bei seiner Wahl um den Gouverneursposten. Der recht erfolgreiche Anwalt bewarb sich kurze Zeit später, 1869, erfolgreich um den Posten des County-Staatsanwaltes. Sein anhaltendes politisches Engagement verschaffte ihm schließlich 1877 einen Sitz im Kongress unter der Präsidentschaft seines alten Freundes Hayes, dessen Politik er aktiv unterstützte. Lediglich in der Frage der Geldpolitik stellte er sich gegen den Präsidenten, der sich offen für die Einfuhr von Silbergeld zeigte, während McKinley bis dahin am Goldstandard als risikoärmste Form der Fiskalpolitik festhielt.

William McKinley: Die Präsidentschaft von 1897

Mitglied des Repräsentantenhauses blieb William McKinley bis 1891, als Parteifreunde ihn dazu drängten, sich zur Wahl zum Gouverneur von Ohio aufstellen zu lassen. Als Gouverneur erlangte er rasch große Popularität. Seine Unterstützer legten ihm schließlich eine Präsidentschaftskandidatur nahe. Er stellte sich zur Wahl 1896 auf und konnte sich gegen parteiinterne Konkurrenten ebenso durchsetzen wie gegen den Gegenkandidaten der Demokraten. Am 4. März 1897 wurde er vereidigt und löste den Demokraten Grover Cleveland (*18.03.1837, †1908) ab, der sich nicht mehr zur Wahl hatte aufstellen lassen.

McKinley verkündete in seiner Amtsantrittsrede 1897 sein Programm: Den Zolltarif wolle er reformieren und die Währungsfrage klären. Außenpolitisch sollte sich Amerika nirgendwo einmischen und Kriege mit anderen Staaten vermeiden. Doch bereits sehr früh in seiner Amtszeit scheiterten seine Friedensambitionen. Das sich von Spanien abspaltende Kuba war 1895 in einen Krieg mit der europäischen Kolonialmacht geraten. Die US-Regierung und amerikanische Öffentlichkeit sympathisierten mit den Rebellen, und die spanische Krone machte deutlich, keine Abspaltung hinzunehmen. Die Explosion eines US-amerikanischen Kriegsschiffs in kubanischen Gewässern führt zum Krieg zwischen Amerika und Spanien, der sich unter anderem auch auf die Philippinen und Puerto Rico erstreckte. 1899 folgte der Friedensschluss beider Parteien, welcher die Unabhängigkeit Kubas zur Folge hatte sowie die Annexion der Philippinen und Puerto Rico durch die Vereinigten Staaten.

William McKinley: Politische Schwerpunkte

Die fiskalpolitischen Probleme um den Goldstandard waren eines der Hauptanliegen McKinleys. Inzwischen vertrat er eine moderate Position und war bereit, Bimetallismus zu akzeptieren, also den parallelen Gebrauch von Gold und Silber als Währungsmetalle mit festen Wertverhältnissen. Versuche mit Frankreich und Großbritannien, gemeinsam den Bimetallismus umzusetzen, scheiterten und ließen McKinley abermals den Goldstandard favorisieren. 1900 gelang es ihm, den Gold Standard Act durch den Senat zu bekommen, der den Goldstandard rechtlich festlegte. Erst 1933 setzten die USA auf den Bimetallismus.

Innenpolitisch enttäuschte McKinley vor allem seine schwarze Wählerschaft durch seine schwachen Reaktionen auf ethnische Konflikte und zögerlicher Berücksichtigung schwarzer Mitbürger bei der Besetzung öffentlicher Ämter. Auf die Beschwerden schwarzer Postmeister aus South Carolina, die unter rassistischen Angriffen durch Weiße litten, reagierte McKinley nicht einmal mit einem Kommentar. Auch das Massaker von Wilmington 1898, bei dem die lokale Regierung durch weiße Rassisten gestürzt und mehrere hundert Afro-Amerikaner getötet wurden, ignorierte der Präsident und weigerte sich, militärische Unterstützung zu schicken, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

William McKinley: Wiederwahl und Ermordung

Diese Vorfälle taten seiner Popularität keinen Abbruch. 1900 erfolgte die Wiederwahl McKinleys mit Theodore Roosevelt als Vizepräsident. In Amerika verbreitete sich die Sorge um die Ausbreitung von Anarchisten. In vereinzelten amerikanischen Städten hatten sich bereits anarchistische Zellen entwickelt. Leon Czolgosz (*01.01.1873, †1901) gehörte zu ihren Anhängern und wollte das Anliegen der Anarchisten vorantreiben. Während eines öffentlichen Auftritts schoss er McKinley zweimal in den Bauch. Eine Woche nach dem Attentat erlag er seiner Verletzung. Seine Frau Ida verkraftete den Verlust ihres Mannes nicht und wurde zu einem noch schwereren Pflegefall. Sie überlebte ihren Mann um sechs Jahre und lebte bis zu ihrem Tod bei ihrer Schwester.

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