Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg
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Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg

Statement im Wortlaut

„Macht mich betroffen“: Kretschmann zieht sich wegen privater Gründe teilweise aus Wahlkampf zurück

Kurz vor der Wahl: Der baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann tritt aus privaten Gründen beim Wahlkampf kürzer. Als Ministerpräsident werde er seine Arbeit fortführen.

Update vom 12. Februar, 14.55 Uhr: Der Sprecher von Angela Merkel (CDU) hat im Namen der Bundeskanzlerin gute Wünsche übermittelt an die erkrankte Frau des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (siehe Erstmeldung), sowie ihn selbst.

Er wisse nicht, ob die Bundeskanzlerin davon schon unterrichtet sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin auf Nachfrage in einer ersten Reaktion. „Sie wird das sicherlich mit großem Bedauern und mit tiefer Sympathie für das Ehepaar Kretschmann hören, und sie wird in Gedanken bei ihnen sein, und von hier aus gehen alle guten Wünsche an Frau Kretschmann, an ihren Mann, den Ministerpräsidenten und an die ganze Familie.“

Kretschmann zieht sich teilweise aus Regierungsgeschäften Wahlkampf zurück

Update vom 12. Februar, 13.45 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bleibe Spitzenkandidat seiner Partei für die Wahl am 14. März, sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet laut dpa. Auch seine Regierungsgeschäfte werde er weiterführen. Jedoch zieht er sich aus dem laufenden Wahlkampf in Baden-Württemberg teilweise zurück, da seine Frau an Brustkrebs erkrankt ist (siehe Erstmeldung).

„Es gibt Momente, in denen die Politik in den Hintergrund rückt“, teilte CDU-Kultusministerin Susanne Eisenmann mit, die ihm bei der Wahl herausfordert. „Dass Gerlinde Kretschmann an Brustkrebs erkrankt ist, macht mich betroffen. Ich wünsche ihr von ganzem Herzen eine schnelle und vollständige Genesung.“

Erstmeldung vom 12. Februar, 12.19 Uhr: Stuttgart - Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne)* zieht sich aus privaten Gründen aus einem Teil des laufenden Wahlkampf für die anstehende Landtagswahl in Baden-Württemberg* Mitte März zurück. Seine Frau sei an Brustkrebs erkrankt, teilte er am Freitag über das Staatsministerium in Stuttgart mit. „Ich brauche diese Zeit, um meiner Frau beizustehen“, schreibt er in einer Pressemitteilung. Daher werde er nicht mehr jeden Wahlkampftermin wahrnehmen. „Das wird nicht die Mehrheit der Termine sein“, erklärte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet laut dpa. Kretschmann verzichtet aber zum Beispiel auf zwei Spitzenkandidatenrunden an diesem Freitag.

Winfried Kretschmann tritt im Wahlkampf kürzer und regiert weiter

Seine Regierungsgeschäfte will er jedoch weiterführen. „Ich werde in der schwierigen Lage für das Land meine Arbeit als Ministerpräsident weiterhin mit vollem Einsatz fortführen.“

Zunächst hieß es in diesem Artikel, dass sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann aus dem Wahlkampf „zurückzieht“. Dies ist nur zum Teil korrekt. Daher haben wir diese Meldung nach neuen Informationen korrigiert. Kretschmann tritt lediglich kürzer und nimmt nicht mehr jeden Wahlkampftermin wahr. Die Redaktion bittet an dieser Stelle um Entschuldigung.

Kretschmann äußert sich zur Erkrankung seiner Ehefrau

Seiner Frau gehe es den Umständen entsprechend gut. „Aber es kommen nun schwere Zeiten auf sie zu. Ich will für sie da sein, so gut es geht.“ Kretschmann und seine 73-jährige Frau sind seit 1975 verheiratet und haben vier Kinder. Die ehemalige Grundschullehrerin tritt nur selten an der Seite ihres Manns in der Öffentlichkeit auf.

Sollte er bei der Landtagswahl am 14. März gewinnen, ist unklar, wie es für Kretschmann weitergeht. Dazu äußerte er sich bisher nicht genauer. (dpa/AFP/cibo)

Das Statement von Winfried Kretschmann im Wortlaut

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

eigentlich ist es eine rein persönliche Angelegenheit. Meine Frau und ich haben gemeinsam entschieden, sie dennoch öffentlich zu machen. Meine Frau Gerlinde ist an Brustkrebs erkrankt. Es geht ihr den Umständen entsprechend, aber es kommen nun schwere Zeiten auf sie zu. Ich will für sie da sein, so gut es geht.

Ich werde in der schwierigen Lage für das Land meine Arbeit als Ministerpräsident weiterhin mit vollem Einsatz fortführen.

Termine, die das Regierungsgeschäft nicht betreffen, werde ich aber nicht immer wahrnehmen können. Dazu gehören auch Termine im anstehenden Wahlkampf. Ich brauche diese Zeit, um meiner Frau beizustehen. Dafür bitte ich um Verständnis.

Ich weiß, dass viele Menschen diese Situation aus eigener Erfahrung kennen oder Angehörige und Freunde haben, die eine solche Erkrankung durchmachen mussten. Deshalb sind wir dankbar für Ihre Anteilnahme. Aber wir bitten darum, von Nachfragen abzusehen.

Ihr Winfried Kretschmann

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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