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Der Terrorist hält in dem Video das Messer Richtung Kamera.

Nach neuem Terror-Video

USA: "Wir lassen uns nicht einschüchtern"

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Washington - Wieder schocken die IS-Terroristen mit einem Enthauptungsvideo. Die Fragen werden lauter, was die Täter mit den Videos bezwecken wollen - und warum die brutalsten Mörder aus dem Westen kommen.

Nur kurz spricht US-Präsident Barack Obama über den ermordeten Journalisten Steven Sotloff und drückt dessen Hinterbliebenen sein Mitgefühl aus. Dann demonstriert Obama Härte: „Menschen in aller Welt sind abgestoßen von ihren barbarischen Taten“, sagt er über Sotloffs Mörder, die Terroristen des Islamischen Staat (IS). „Wir werden uns nicht einschüchtern lassen“, kündigt er an. „Diejenigen, die den Fehler machen, Amerikanern zu schaden, werden lernen, dass wir nicht vergessen, dass unsere Reichweite groß ist und dass die Gerechtigkeit siegen wird.“

Es ist die Reaktion des eigentlich mächtigsten Mannes der Welt auf das Video der IS-Terroristen, in dem sie Sotloff enthaupten. Der 31-Jährige ist der zweite US-Journalist innerhalb weniger Wochen, der auf diese Weise stirbt. Offenbar ist wieder der gleiche Mörder zu sehen, er spricht wie schon im Video von der Ermordung des Journalisten James Foley im August mit britischem Akzent. „Ich bin zurück, Obama“, prahlt der maskierte Täter. Die USA und Großbritannien halten das Video für authentisch.

Der britische Premier David Cameron sprach von einem „verachtenswerten und barbarischen Mord“ und kündigte an, dass man IS „ausrotten“ werde. Laut dem „Guardian“ bereiten sich die Briten darauf vor, in einer Allianz mit den Amerikanern und anderen Staaten gegen IS vorzugehen.

Der Terrorist im Video warnt alle Regierungen, sich nicht auf eine „böse Allianz“ mit Amerika einzulassen. Zugleich drohen die Extremisten mit dem Tod einer britischen Geisel, die in dem Video gezeigt wird. „So wie Deine Raketen weiterhin unsere Leute treffen, wird unser Messer weiter die Nacken Deiner Bürger treffen“, spricht der Mörder Obama im Video an.

In US-Medien wird inzwischen die Frage laut, was die Terroristen eigentlich mit ihren Videos erreichen wollen. Schließlich müsse auch dem IS klar sein, dass Obama seine Politik nicht wegen der Morde ändern wird. „Das vordergründige Motiv, einen Islamischen Staat zu sichern, ist nicht mal annähernd so wichtig wie das Motiv, Menschen zu töten“, schreibt die Online-Ausgabe des „New Yorker“. Es gehe nicht um politische Ziele, sondern darum, dass die Mörder ihren Sadismus ausleben könnten. „Den Typen, die bei IS angeheuert haben – insbesondere dem maskierten Mann mit dem englischen Akzent, der das Messer führt – geht es vor allem ums Töten.“

Auch die „Washington Post“ fragt, welche Motive wirklich hinter dem „Blutrausch“ stecken. Das Blatt wirft die Frage auf, ob das Enthaupten von Gegnern mit dem Islam gerechtfertig werden könne und traditionell in der Region verankert sei. Doch die Zeitung zitiert auch Peter Neumann, Leiter des Internationalen Zentrums zur Erforschung der Radikalisierung, der darauf verweist, dass die ausländischen Kämpfer des IS am brutalsten vorgehen.

Das Ziel, die USA von einem weiteren Eingreifen abzuhalten, erreichen die Terroristen jedenfalls nicht. Obama verstärkt sein militärisches Engagement im Irak sogar. Die US-Regierung will weitere 400 Soldaten in das Land schicken. Doch die Gretchenfrage, ob die US-Kampfjets demnächst auch in Syrien angreifen werden, lässt Obama weiter offen. Experten betonen, ohne die Zerschlagung der IS-Stellungen auch in Syrien lasse sich das „Krebsgeschwür“ (Obama) des islamistischen Terror nicht entfernen.

Vor allem die US-Republikaner fordern vehement Luftangriffe in Syrien – selbst dann, wenn dies als unwillkommenen „Nebeneffekt“ Entlastung für den syrischen Herrscher Baschar al-Assad bedeuten könnte. Im Weißen Haus und im Pentagon werden entsprechende Pläne längst diskutiert. Eigentlich war eine Entscheidung bereits am Wochenende erwartet worden. Doch offenbar ist Obama noch unschlüssig – wie so häufig bei internationalen Krisen. Zumindest das haben die IS-Terroristen erreicht: Sie lassen den US-Präsidenten als Zauderer dastehen. Laut „Washington Post“ gibt es seit dem ersten Enthauptungsvideo immer mehr Amerikaner, die sagen: Obama ist nicht hart genug, wenn es um Außenpolitik und nationale Sicherheit geht.

Philipp Vetter, mit Material von dpa

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