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Europaministerin Beate Merk.

Merk will Termin kurz vor der Wahl

Werbung für die CSU? Wirbel um Europamedaille

  • Christian Deutschländer
    vonChristian Deutschländer
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München – Wirbel um Bayerns Europamedaille: Ministerin Beate Merk will die Ehrung kurz vor der Wahl – und die SPD sagt: Alles Werbung für die CSU.

Ruhm und Ehre in Prunk-Ambiente zwischen Bayern- und Europafahne: Am Freitag verleiht die Staatsregierung 15 Europamedaillen an verdiente Persönlichkeiten. Es ist ein jährliches Ritual, oft im Mai oder Juli – diesmal damit knapp vor der Europawahl. Die Planung sorgt deshalb für Stirnrunzeln.

Europaministerin Beate Merk (CSU) will die Medaillen im festlichen Prinz-Carl-Palais vergeben, obwohl vier zu Ehrende keine Zeit haben. Auffällig ist auch: Im Wahljahr ist die Zahl der Europa-Ehrungen deutlich höher. Seit 1990 sind es im Schnitt gut zehn Medaillen pro Jahr, heuer 15. In den Genuss kommt auch Joseph Daul, Fraktionschef der Konservativen im EU-Parlament. Die CSU hofft, nach der Wahl mit Manfred Weber Dauls Amt zu übernehmen. „Das ist ein Beitrag der Staatsregierung zur Wahlkampf-Unterstützung der CSU wenige Wochen vor der Europawahl“, kritisiert SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher. „Da soll nochmal gut Wetter gemacht werden.“ Die Staatskanzlei weist das zurück. Der Termin liege eben traditionell meist in der Europawoche.

Medaillen-Preisträger sind auch viele Nichtpolitiker wie die ehemalige Skirennläuferin Rosi Mittermaier-Neureuther und die Schauspieler Senta Berger und Elyas M’Barek.

cd

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