Technische Störung am Isartor: Erhebliche Verzögerungen auf der Stammstrecke

Technische Störung am Isartor: Erhebliche Verzögerungen auf der Stammstrecke

Wirbel um Wolffsohns Nazi-Vergleich

- Berlin - Der Münchner Historiker Michael Wolffsohn hat die Kapitalismuskritik des SPD-Chefs Franz Müntefering mit der antijüdischen Hetze der Nazis verglichen und damit für Empörung in der SPD gesorgt.

<P class=MsoNormal>Wolffsohn hatte Müntefering vorgeworfen, Unternehmer mit Tieren gleichzusetzen. Bei dessen Worten schwinge mit, dass diese "als Plage vernichtet, ausgerottet werden müssen". Menschen werde so das Menschsein abgesprochen. Weiter sagte der Professor: "Heute nennt man diese "Plage" "Heuschrecken", damals "Ratten" oder "Judenschweine". Wolffsohn verlangte eine Entschuldigung von Müntefering.</P><P class=MsoNormal>Das Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme ab. Auch die CDU äußerte sich nicht. Der SPD-Wehrexperte Rainer Arnold sagte, er sei "sprachlos über so viel Dümmlichkeit". Der bayerische CSU-Landtagsfraktionschef Joachim Herrmann indes äußerte Verständnis für den Nazi-Vergleich. In der "Heuschreckenliste" von Müntefering seien unter den genannten Firmen auch jüdische Namen. "Da braucht sich die SPD nicht zu wundern, wenn Leute im Ausland sich an die dumpfe Kritik am Großkapital in früheren Jahren erinnert fühlen." Der bayerische SPD-Fraktionschef Franz Maget wiederum kritisierte Herrmann. "Offensichtlich hat die CSU in der Sache keine Argumente und muss auf dieses unterirdische Niveau abgleiten."</P><P class=MsoNormal>Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, nannte es "absurd", Müntefering Antisemitismus zu unterstellen. Seine Stellvertreterin Charlotte Knobloch entgegnete, Müntefering beschwöre mit seiner Wortwahl "Ressentiments herauf, an die er hoffentlich nicht gedacht habe". Auch der Chef der Leibnitz-Gemeinschaft, Hans-Olaf Henkel sagte, er werde durch den Begriff "Heuschrecken" an Nazipropaganda erinnert.</P><P class=MsoNormal>SPD-Chef Müntefering hatte Mitte April eine Kapitalismus-Debatte ausgelöst, als er internationale Finanzinvestoren, die Firmen übernehmen, um sie zu zerlegen und wieder abzustoßen, mit Heuschrecken verglich.</P><P class=MsoNormal>Michael Wolffsohn hatte schon im Mai 2004 mit Äußerungen zum Thema Folter Wirbel verursacht. Damals hatte er gesagt, als eines der Mittel gegen Terroristen halte er Folter oder die Androhung von Folter für legitim. Zahlreiche Politiker und auch Wissenschaftskollegen hatten diese Äußerungen scharf kritisiert und Wolffsohn teilweise zur Aufgabe seiner Lehrtätigkeit aufgefordert.</P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Fliegenden Festung“: Trump bestellt neue Air Force One für Milliarden-Betrag 
Der Flugzeugbauer Boeing hat sich den Auftrag für den Bau der neuen Präsidentenmaschine Air Force One gesichert. Optisch wird es eine entscheidende Neuerung geben. 
„Fliegenden Festung“: Trump bestellt neue Air Force One für Milliarden-Betrag 
Fall Sami A.: So verteidigt Seehofer die Abschiebung
Am Freitag wurde der frühere mutmaßliche Bin-Laden-Leibwächter Sami A. abgeschoben - trotz gerichtlichen Verbots. Nun hat sich Innenminister Horst Seehofer dazu …
Fall Sami A.: So verteidigt Seehofer die Abschiebung
NSU-Waffenbeschaffer Ralf Wohlleben ist frei
Der NSU hat zehn Menschen ermordet. Eine Pistole dafür hat der frühere NPD-Funktionär Ralf Wohlleben besorgt - urteilte das Oberlandesgericht in München. Trotzdem kommt …
NSU-Waffenbeschaffer Ralf Wohlleben ist frei
Antisemitismus durchdringt das Internet
Berlin (dpa) - In sozialen Medien, Blogs und Online-Kommentaren ist der Antisemitismus einer neuen Studie zufolge so stark wie noch nie.
Antisemitismus durchdringt das Internet

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.