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Bertram Brossardt

Debatte

Sitzenbleiben: Wirtschaft fordert „Schulfrieden“

München - Nach erhitzten Debatten über eine Abschaffung des Sitzenbleibens an den Schulen spricht sich die bayerische Wirtschaft für einen Stopp dieser und ähnlicher Diskussionen aus.

Ziel müsse es sein, nach den Landtagswahlen 2013 einen parteiübergreifenden „Schulfrieden“ zu erreichen, sagte Verbands-Geschäftsführer Bertram Brossardt. Dieser müsse fünf Jahre halten.

Die aktuellen Schulstrukturdebatten zeigten, dass die verschiedenen bildungspolitischen Standpunkte nahezu unvereinbar seien, sagte Brossardt auf einer Veranstaltung der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (VBW) in München. Diese „nicht zielführenden Debatten“ lenkten von qualifizierten Ansatzpunkten zur Weiterentwicklung des Schulsystems ab. Es gehe oft nur um „Verunsicherung“.

Ungeachtet des Vorschlags geht die Diskussion über Schulreformen weiter. Die SPD fordert in ihrem gestern vorgestellten Programmentwurf zur Landtagswahl ein „Wahlrecht für eine acht- oder neunjährige Schulzeit“ am Gymnasium. Die FDP ist strikt dagegen, Kultusminister Ludwig Spaenle will die SPD-Forderung mit der Einführung eines flexiblen neunten Schuljahres in der Mittelstufe kontern. Außerdem fordert die SPD Gemeinschaftsschulen, also eine Verschmelzung von Real- und Mittelschulen, sofern es vor Ort gewünscht wird. Hier ist die CSU dagegen, während sich die FDP offen zeigt.

Auch die bayerische Wirtschaft stellte trotz ihrer Forderung nach einem Schulfrieden neue Wünsche in den Raum. So soll es nach Ansicht der VBW die Möglichkeit zur Einschulung auch zum Schulhalbjahr geben. Voraussetzung dafür seien allerdings sogenannte jahrgangsgemischte Eingangsstufen, in der die 1. und 2. Klasse gemeinsam unterrichtet werden.

Auch die Diskussion um das Sitzenbleibengeht weiter. Der Deutsche Philologenverband sprach sich gegen die Abschaffung aus. Andernfalls werde die Versagerquote bei Abschlussprüfungen steigen. Der Realschullehrerverband begrüßte den Ruf nach einem „Schulfrieden“.  

dw

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