Das Denkmal für George C. Marshall  vor dem nach ihm benannten Europäischen Institut für sicherheitspolitische Studien, dem George C. Marshall-Center , in Garmisch-Partenkirchen.
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Das Denkmal fürGeorge C. Marshall  vor dem nach ihm benannten Europäischen Institut für sicherheitspolitische Studien, dem George C. Marshall-Center, in Garmisch-Partenkirchen.

Wirtshaus-Schlägerei in Bayern führt zu weltweiter Reisewarnung der USA

München  - Eine weltweite Sicherheitswarnung der USA für Garmisch-Partenkirchen hat zu Irritationen zwischen deutschen und amerikanischen Behörden geführt.

Wie der „Münchner Merkur“ (Samstagsausgabe) berichtet, gab das Münchner Generalkonsulat eine schriftliche Warnung an alle sich in Deutschland befindlichen US-Bürger heraus mit der Aufforderung, am Wochenende des 4. Juli von Reisen in den bayerischen Urlaubsort Abstand zu nehmen. Der 4. Juli ist der Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten. In der Reisewarnung, die von US-Konsulaten in ganz Deutschland tausendfach per Mail verschickt wurde und weltweit im Internet einsehbar ist, wird vor „Vergeltungsmaßnahmen“ einer deutschen Gruppe gegen US-Bürger gewarnt.

Auslöser sei ein Vorfall vor einem örtlichen Nachtclub gewesen, weshalb amerikanische Staatsangehörige öffentliche Plätze, vor allem aber Restaurants, Bars und Diskotheken in der Gemeinde meiden sollten. „US-Bürger sollten äußerst wachsam sein“, heißt es in der Warnmeldung.

Eine Sprecherin des US-Generalkonsulats in München bestätigte am Freitag gegenüber dem „Münchner Merkur“ den Inhalt der Nachricht, wollte zum Hintergrund aber keine Angaben machen. Sobald konkrete Anhaltspunkte für eine Gefährdung amerikanischer Staatsangehöriger vorliegen, seien die Konsulate verpflichtet, die Bürger umgehend in Kenntnis zu setzen, sagte die Sprecherin.

Nach Informationen des „Münchner Merkur“ geht die weltweite Sicherheitswarnung zurück auf einen vergleichsweisen harmlosen Vorfall vor einer Garmischer Diskothek. Laut Polizei waren bereits am 27. Juni ein Zivilangestellter der US-Armee und ein gebürtiger Türkei vor dem Lokal in Streit geraten und aufeinander losgegangen. Im Folge des Handgemenges seien mehrere Personen verletzt worden. Einer der deutsch-türkischen Beteiligten soll dem Amerikaner damit gedroht haben, in den nächsten Tagen mit mehreren Freunden zurückzukommen und Rache zu üben.

Ein deutscher Sicherheitsbeamter sprach von einer „alltäglichen Wirtshaus-Schlägerei“, die von den US-Behörden völlig falsch interpretiert worden sei. „Das ist sehr unglücklich gelaufen. Bevor wir es verhindern konnten, hat bei den Amerikanern einer auf den falschen Knopf gedrückt”, sagte der Beamte. Wegen des amerikanischen Unabhängigkeitstages und dem im Ort befindlichen „George C. Marshall Center“ für Sicherheitspolitik seien die US-Dienste alarmiert gewesen.

Deutsche Sicherheitsbehörden betonen jedoch, es handele sich bei dem „unnötig aufgewerteten Ereignis“ um einen „regional begrenzten Vorfall“. Die Reisewarnung stehe in keinem Zusammenhang mit der diese Woche von der Bundesregierung bestätigten Warnung, dass islamistische Extremisten im Vorfeld der Bundestagswahl Terroranschläge in Deutschland verüben könnten.

Die Reisewarnung finden Sie unter diesem Link im Internet .

Holger Eichele

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