Demonstranten demonstrieren in Madison, Wisconsin, USA vor dem Kapitol.
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Demonstranten vor dem Wisconsin State Capitol in Madison.

Die US-Swing-States im Überblick

US-Bundesstaat Wisconsin: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

Wisconsin ist der US-Bundesstaat der Molkereien. Die ländlich geprägte Region zieht viele Wintersportler an, dazu gibt es große, moderne Städte.

  • Der US-Bundesstaat Wisconsin war schon immer ein „freier“ Staat, in dem die Sklaverei verboten war.
  • Die konservative Landbevölkerung und liberale Städter sorgen für ausgewogene politische Verhältnisse.
  • Der Staat ist bekannt für seine Milchprodukte und die hervorragenden Wintersportbedingungen.

Madison – Die Geschichte von Wisconsin begann mit der Entdeckung der Region durch die Franzosen. 1763 kam das Gebiet durch den Vertrag von Paris in britische Hände. Bis ins 19. Jahrhundert lebten die Siedler in Wisconsin in erster Linie vom Pelzhandel und das Gebiet war nur dünn besiedelt. Erst mit der Entdeckung von Blei und dessen Abbau strömten mehr Menschen in die waldreiche und im Winter verschneite Region.

Es gab eine große Einwanderungswelle aus Deutschland, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ließen sich viele Siedler aus Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark in Wisconsin nieder. Die Städte New Glarus und Monroe gehen auf Einwanderer aus der Schweiz zurück. Ungewöhnlich ist auch der hohe Anteil an Auswanderern aus Mittel- und Osteuropa. Allein zehn Prozent der Bürger Wisconsins haben polnische Vorfahren. Die Gründung als 30. US-Bundesstaat fand am 29. Mai 1848 statt.

Wisconsin: Geografie und Städte

Mit einer Fläche von 169.639 km² ist der US-Bundesstaat Wisconsin nicht ganz halb so groß wie die Bundesrepublik. 17 Prozent des Staatsgebietes, das sind fast 30.000 km², sind von Wasser und 46 Prozent von Wald bedeckt. Etwa 15.000 Wald- und Seegebiete locken regelmäßig Touristen aus dem Raum Chicago an.

Die Geografie unterteilt sich in fünf verschiedene Regionen:

  • Das nördliche Lake Superior Lowland
  • Südlich angrenzend die Northern Highlands mit Nadel- und Mischwäldern und zahlreichen Seen
  • Die Central Plains in der Mitte mit fruchtbarem Ackerland und markanten Sandsteinen
  • Die Eastern Ridges and Lowlands im Südosten mit den größten Städten
  • Die Western Uplands mit Wald und Ackerland im Wechsel

Die einwohnerreichste Stadt des US-Bundesstaates ist Milwaukee mit rund 600.000 Einwohnern. Die Hauptstadt Madison rangiert auf Platz zwei und bindet etwa 230.000 Bewohner. Nur zwei weitere Städte (Green Bay und Kenosha) kommen auf etwa 100.000 Einwohner, alle anderen Gemeinden sind bedeutend kleiner.

Wisconsin – Bevölkerung und Wirtschaft

Im Jahr 2011 hatte Wisconsin 5.709.843 Einwohner. Die Bevölkerung teilt sich wie folgt auf diese Gruppen auf:

  • 86,2 % Weiße
  • 6,3 % Afroamerikaner
  • 2,9 % Hispanics
  • 2,3 % Asiaten
  • 1,0 % Ureinwohner
  • 2,3 % anderer Herkunft

Obwohl Wisconsin ursprünglich zu den fortschrittlichsten Bundesstaaten gehörte und die Sklaverei nie erlaubt war, haben Afroamerikaner hier mit die schlechtesten Lebensbedingungen in den gesamten USA. In Milwaukee, wo die meisten Schwarzen leben, ist die Kindersterblichkeit bei Afroamerikanern doppelt so hoch wie bei weißen Familien. Fast die Hälfte aller männlichen schwarzen Einwohner zwischen 20 und 40 Jahren saß bereits eine Haftstrafe ab. Wisconsin hat den höchsten Anteil schwarzer Strafgefangener USA-weit und besonders rigide Gesetzte, die genau diese Bevölkerungsgruppe treffen.

Den größten Teil der Wirtschaft macht die Landwirtschaft, insbesondere die Milchwirtschaft, aus. In und um Milwaukee unterhalten einige namhafte Industrieunternehmen Produktionsstätten oder Firmensitze. Dazu gehören:

  • Sanitärfabrik Kohler
  • Harley-Davidson Motorräder
  • Briggs & Stratton Rasenmäher
  • Lands‘ End Versandhaus
  • Trek Fahrräder

Wahlen in Wisconsin

Die Wählergunst verteilt sich in Wisconsin nach dem Wohnort. Bei Wahlen stimmen die Stadtbewohner für die Demokraten, während die Landbevölkerung die konservativen Republikaner bevorzugt. Zwar gewannen von 1988 bis 2012 bei jeder Präsidentschaftswahl die Demokraten, doch die Ergebnisse waren denkbar knapp. Daher gilt Wisconsin als Swing State, dessen Wahlergebnisse sich nicht sicher vorhersagen lassen.

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