Wladimir Putin, Präsident von Russland, sitzt bei einem Treffen im Kreml
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Wladimir Putin ist seit 1999 abwechselnd im Amt des russischen Präsidenten und Ministerpräsidenten tätig

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Wladimir Putin: Leben und Karriere des Präsidenten der Russischen Föderation

Seit über 20 Jahren steht Wladimir Putin mittlerweile an der Spitze Russlands. Seitdem hat er seine Macht als Regierungschef stetig erweitert. 

  • Wladimir Putin ist seit 1999 abwechselnd im Amt des russischen Präsidenten und Ministerpräsidenten tätig.
  • Schon von Beginn an setzte er eine Stärkung der Zentralregierung durch, die in einer immer radikaleren vertikalen Machtstruktur gipfelte.
  • Während sich Putin national großer Beliebtheit erfreut, steht er international wegen der Einschränkung von Presse- und Meinungsfreiheit sowie Verletzung von Menschenrechten in der Kritik.

Der russische Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin wurde am 7. Oktober 1952 in Sankt Petersburg, damals Leningrad, geboren. Die meisten Angaben zu seiner Kindheit finden sich in seiner Autobiografie, weshalb es immer wieder Zweifel an ihrer Korrektheit gibt. Seine Eltern waren die Fabrikarbeiter Maria Iwanowa Putina und Wladimir Spiridonowitsch Putin, welcher Anhänger der Kommunistischen Partei war. Sein Großvater war sogar als Koch Lenins angestellt. Laut Wladimir Putin habe die russisch-orthodoxe Maria Iwanowa ihren Sohn heimlich taufen lassen, ohne ihren Mann etwas davon zu erzählen. Er war das dritte Kind der Familie, seine älteren Brüder starben bereits im Kindesalter. Die Familie lebte in ärmlichen Verhältnissen in einer kommunistischen Wohngemeinschaft und teilte sich Bad und Küche mit ihren Nachbarn.

Als Kind fiel Putin negativ durch seine Verwicklung in Prügeleien auf. Sein Interesse für Kampfsportarten führte dazu, dass er Kenntnisse in Judo, Boxen und Ringen erwarb. Bis heute trainiert der Präsident regelmäßig Kampfsportarten. Inspiriert durch sowjetische Spionagefilme entwickelte der junge Putin schnell den Wunsch, Agent zu werden. Prompt bewarb er sich beim sowjetischen Geheimdienst KGB, begnügte sich aber vorerst mit einem Jura-Studium an der Universität Leningrad.

Wladimir Putin: Politische Anfänge und Werdegang

Noch während seines Studiums trat Wladimir Putin der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) bei und erreichte sein ursprüngliches Ziel: Er wurde 1974 vom sowjetischen Geheimdienst angenommen und leistete eine KGB-Ausbildung ab. Von 1985 bis 1990 arbeitete er im Auslandsressort des KGB in Dresden und kehrte nach der Auflösung der DDR zurück in die Heimat. Dort unterrichtete er Wirtschaftsrecht an der Universität Leningrad und freundete sich mit seinem früheren Professor Anatolij Sobtschak an. 1990 stellte ihn der Politiker als Berater ein, ein Jahr später wurde Sobtschak zum Oberbürgermeister von Sankt Petersburg gewählt, was auch für Putin erfreuliche Folgen hatte: Er wurde zum Vorsitzenden des Städtischen Komitees für Auslandsbeziehungen ernannt. 1994 fiel ihm die Rolle des ersten Vizebürgermeisters von Sankt Petersburg zu. Als Sobtschak die Wahl 1996 verlor, trat auch Putin von seinem Amt zurück.

Stattdessen unterstützte er Boris Jelzin bei der russischen Präsidentschaftswahl und wurde im gleichen Jahr zum Stellvertretenden Leiter der Geschäftsführung des Präsidenten. In der Folge stieg er zum Stellvertretenden Chef der Präsidialverwaltung auf und war für die Durchsetzung von Gesetzen und Dekreten zuständig. 1997 promovierte Putin an der Hochschule Sankt Petersburg in Wirtschaftswissenschaften. Allerdings existieren zahlreiche Plagiats- und Betrugsvorwürfe gegen den Politiker, wonach er die Arbeit größtenteils abgeschrieben oder nicht selbst verfasst habe.

1998 übernahm Putin die Leitung des Geheimdienstes FSB, dem Nachfolger des KGB. Ein Jahr später wurde der aufstrebende Politiker zum Sekretär des Sicherheitsrates der Russischen Föderation ernannt.

Wladimir Putin: Aufstieg zum Präsidenten der Russischen Föderation

Im August 1999 entließ der russische Präsident Boris Jelzin den damaligen Ministerpräsidenten Sergej Stepaschin und beauftragte stattdessen Wladimir Putin mit dem Amt. Damit stieg er zum zweitmächtigsten Mann Russlands auf. In diese Zeit fiel auch der Zweite Tschetschenienkrieg, der mit Terroranschlägen in der Moskauer Innenstadt begann. Der Ministerpräsident machte tschetschenische Terroristen für die Taten verantwortlich und erklärte ihnen öffentlich den Krieg. Durch die zunehmende Macht der Zentralregierung entwickelte sich das politische System Russlands währenddessen immer mehr von einer defekten zu einer gelenkten Demokratie.

Am 31. Dezember 1999 verkündete Jelzin überraschend seinen Rücktritt als Präsident der Russischen Föderation. Daraufhin war Putin geschäftsführender Präsident und leitete die Amtsgeschäfte bis zu den Präsidentschaftswahlen im März 2000. Im Volk war der Politiker aufgrund seines harten Durchgreifens im Tschetschenien-Krieg populär geworden und gewann die Wahl souverän mit 52,9 Prozent der Stimmen.

Ein großer Schwerpunkt Putins war die Etablierung einer vertikalen Macht, die die Zentralregierung in Moskau wieder stärken sollte. In den Jahren davor hatten die Regionen Russlands immer mehr Autonomie gewonnen und verfolgten zum Teil separatistische Bestrebungen. Außerdem entmachtete er die Oligarchen Russlands, die seiner Ansicht nach zu viel Einfluss hatten. Putin grenzte sich von der Amtszeit seines Vorgängers ab und verwies auf die Bedeutung der sowjetischen Regierung für die Geschichte Russlands. Sogar die Melodie der sowjetischen Nationalhymne wurde wiedereingeführt. Im schwelenden Tschetschenien-Konflikt griff der Putin derweil weiter hart durch. Im Juni 2000 stellte er die Republik per Dekret unter die direkte Verwaltung Russlands.

Wladimir Putin: Zweite Amtszeit und Machterhalt als Ministerpräsident

Am 14. März 2004 wurde Wladimir Putin mit 74 Prozent der Stimmen erneut zum Präsidenten der Russischen Föderation gewählt. Allerdings stellten die staatlich gelenkten Medien im Voraus sicher, dass es nie wirklich einen ernsthaften Konkurrenten für Putin gab. Daraufhin setzte der Politiker eine weitere Stärkung seiner Machtbefugnisse durch. Unter anderem fiel es ihm fortan zu, Gouverneure vorzuschlagen, anstatt diese direkt wählen zu lassen. Auch die Wirtschaft Russlands förderte er weiter, die dank des steigenden Ölpreises einen überwältigenden Aufschwung erlebt hatte. Dadurch konnten auch die Lebensverhältnisse der Bevölkerung verbessert werden, was zu Putins Beliebtheit betrug.

Nachdem ein russischer Präsident laut Verfassung nur zwei Perioden in Folge im Amt bleiben darf, durfte Putin 2008 nicht erneut antreten. Stattdessen unterstützte er seinen engen Vertrauten, den bisherigen Vize-Ministerpräsidenten und Gazprom-Aufsichtsratsvorsitzenden Dmitri Medwedew, der die Wahl spielend gewann. Medwedew wiederum schlug Putin als Ministerpräsidenten vor, was das Parlament mit 87,1 Prozent der Stimmen absegnete. Der neue Präsident gehörte der Partei Einiges Russland an, die geschlossen hinter Putin steht und eine klare Mehrheit im Parlament hat. Dem Ministerpräsidenten hatte Putin vor dem Machtwechsel mehrere neue Privilegien eingeräumt, wie etwa die Leitung der Gouverneure. Obwohl der Politiker also de facto zweiter Mann hinter Medwedew war, blieb er weiterhin der tonangebende Regierungschef. 2010 wurde durchgesetzt, dass die Amtszeit eines Präsidenten ab der nächsten Wahl sechs statt vier Jahre betragen würde.

Das Machtspiel wurde fortgesetzt, als Medwedew Putin im September 2011 als Nachfolger im Amt des Präsidenten vorschlug. Putin selbst bestätigte seine Kandidatur wenig später. Am 4. März 2012 wurde er im ersten Wahlgang in seine dritte Amtsperiode als Staatspräsident gewählt.

Wladimir Putin: Ukraine-Krise und Sanktionen

2013 verschärften sich die Beziehungen Russlands zur Ukraine, woraufhin es zur sogenannten Krim-Krise kam. Im März 2014 besetzte Russland die ukrainische Halbinsel Krim. Wenig später verkündete das russische Parlament, dass die Krim der Russischen Föderation beigetreten sei. Die Krim sei ein „untrennbarer Teil Russlands“, so Putin. Dem war ein Referendum vorgegangen, bei dem offenbar 96 Prozent für diese Entscheidung gestimmt hätten. Putins Regierung wird außerdem vorgeworfen, absichtlich Unruhen geschürt zu haben, um den Nachbarstaat zu schwächen, indem sie pro-russische Separatisten im Osten der Ukraine militärisch unterstützt. Im Ukraine-Krieg kämpfen die Milizen noch immer für die Abspaltung der „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk.

Die Annexion der Krim führte zu scharfen internationalen Sanktionen gegen Russland. Putin wurde völkerrechtswidriges Handeln vorgeworfen. Die Vereinten Nationen gaben bekannt, dass das Referendum ungültig sei und die Krim weiterhin Teil der Ukraine sei. Außerdem wurde Russland 2014 vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama aus den G8 ausgeschlossen. Die wirtschaftlichen Sanktionen machten sich schnell am fallenden Kurs der russischen Währung Rubel bemerkbar. Putin wies die Schuld daraufhin dem westlichen Ausland zu.

Wladimir Putin: Kontroversen um den Politiker

Wladimir Putin wird ein autoritärer Regierungsstil vorgeworfen, der mit einer Beschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit sowie Verletzung von Menschenrechten einhergehe. Andersdenkende werden konsequent unterdrückt und verfolgt. Obwohl das russische Gesetz eine staatliche Zensur de facto verbietet, ist in der Realität das Gegenteil der Fall. Kreml-kritische Journalisten müssen laut der Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen damit rechnen, verhaftet oder zum Opfer von Gewalt zu werden. Die meisten Medien sind gleichgeschaltet und berichten positiv über Staatspräsident Putin. Das russische Fernsehen untersteht der Regierung und widmet Putin gerne bis zu 80 Prozent der Sendezeit.

Seit 2014 besagt das russische Mediengesetz, dass der Anteil ausländischer Unternehmen an russischen Medien nicht mehr als 20 Prozent betragen darf. Dadurch gerieten kleinere, unabhängige Medien in finanzielle Schwierigkeiten. Auch kritische Websites und Blogs dürfen ohne Weiteres gesperrt werden. Mittlerweile können auch einzelne Journalisten und Blogger verschärft überwacht und als „ausländische Agenten“ eingestuft werden.

Oppositionelle werden so gut wie möglich ausgeschaltet. So kommt es immer wieder zu willkürlichen Verhaftungen und politisch motivierten Verfolgungen. Als 2017 Proteste gegen Putin stattfanden, bei denen Zehntausende auf die Straßen gingen, wurden tausende Demonstranten von der Regierung verhaftet. Insbesondere junge Menschen wurden festgenommen und anschließend von ihren Lehrern als Staatsfeinde beschimpft.

Laut der Organisation Amnesty International wurde der Einsatz für Menschenrechte insbesondere seit Putins dritter Amtszeit 2012 immer gefährlicher. Die Aktivisten müssten in Russland um ihre „Freiheit, Gesundheit und ihr Leben fürchten“, nachdem die Regierung immer aggressiver gegen sie vorgeht. Auch Minderheiten werden unterdrückt. Im Juni 2013 wurde ein Gesetz verabschiedet, wonach sich Homosexuelle nicht öffentlich zu ihrer Sexualität bekennen dürfen und auch Medien nicht öffentlich über Homosexualität berichten dürfen.

Wladimir Putin: Machterhalt um jeden Preis

Am 18. März 2018 setzte sich Wladimir Putin mit 76,6 Prozent der Stimmen abermals in der russischen Präsidentschaftswahl durch. Anfang 2020 kündigte er Verfassungsänderungen an, wonach der Ministerpräsident künftig mehr Befugnisse erhalte. Daraufhin gab Premierminister Dmitri Medwedew aus Protest den Rücktritt seiner Regierung bekannt. Das Gesetz sah weiter vor, dass die bisherigen Amtszeiten der russischen Präsidenten auf Null gesetzt würden, wodurch Putin weiter im Amt des Staatspräsidenten bleiben darf. Das neue Gesetz wurde vom Parlament und dem Verfassungsgericht bereitwillig angenommen und trat am 18. März 2020 in Kraft – ohne die davor groß angekündigte „breite gesellschaftlichen Debatte“. Zum neuen Ministerpräsidenten wurde der parteilose Politiker Michail Mischustin ernannt. 

Wladimir Putin: Familie und Privatleben

Wladimir Putin war von 1983 bis 2014 mit der Linguistin Ljudmila Schkrebnewa verheiratet. Zusammen hat das Paar zwei Töchter namens Maria und Jekaterina, die die Deutsche Schule in Moskau und die Staatliche Universität Sankt Petersburg besuchten. Nach fast 30 Jahren Ehe gaben die Putins im Juni 2013 bekannt, dass sie sich einvernehmlich getrennt hatten. Davor waren sie fast ein Jahr nicht mehr zusammen in der Öffentlichkeit aufgetreten. Als Grund gaben sie an, sich aufgrund Putins hohen Amt kaum mehr gesehen zu haben. Das Paar habe sich über die Jahre auseinandergelebt, außerdem habe die Deutschlehrerin Probleme damit, ein Leben im Auge der Öffentlichkeit zu führen. Seiner Popularität beim russischen Volk tat die Scheidung übrigens keinen Abbruch: Die Scheidungsrate beträgt in Russland über 50 Prozent.

Öffentlich ist wenig über die Töchter Putins bekannt. Allerdings wurde berichtet, dass sie im Ausland studierten, was der Politiker vehement dementierte. Beide hätten ausschließlich in Russland gelebt. Er sei allerdings stolz darauf, dass sie zwei bis drei Fremdsprachen beherrschen würden.

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