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Russland-Putsch unmöglich? Insider: Drei Männer könnten Wladimir Putin stürzen

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Von: Patrick Mayer

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Ist ein Putsch gegen Wladimir Putin in Russland ausgeschlossen? Mit Blick auf den Machtzirkel in Moskau kommt ein früherer CIA-Agent zu einem anderen Schluss. Und nicht nur er.

München/Moskau - Es ist eine traurige Zahl: Mehr als 35.000 russische Soldaten sollen nach dem Angriffsbefehl durch Moskau-Machthaber Wladimir Putin im Ukraine-Krieg bereits getötet oder verwundet worden sein. Das berichtet das Medienprojekt The Kyiv Independent am Montag (27. Juni) unter Berufung auf den ukrainischen Generalstab. Fakt ist: Russland bezahlt für den Überfall auf den westlichen Nachbarn einen hohen Preis.

Putsch gegen Wladimir Putin? Moskau-Kenner des CIA glaubt daran

Was das Umfeld von Kriegstreiber Putin endlos hinnehmen wird? Ein Insider ist anderer Meinung und hält selbst einen Putsch gegen den russischen Präsidenten für möglich - und zwar aus dessen engstem Umfeld heraus.

„Niemand wird fragen: ‚Hey Wladimir, möchtest du gehen?‘ Nein. Es wird ein verdammter Hammerschlag auf seinen Kopf und er wird tot sein. Oder es ist an der Zeit, ins Sanatorium zu gehen“, erklärt Daniel Hoffman The Daily Beast. Hoffman war laut dem Online-Portal früher Chef des CIA-Büros in Moskau. Heutzutage ist er Experte für den US-amerikanischen Sender FoxNews.

Laut ihm kommt es bei möglichen Umsturz-Plänen auf drei Männer aus dem innersten Zirkel Putins an, der „Silowiki“ genannt wird: Verteidigungsminister Sergei Schoigu, FSB-Direktor Alexander Bortnikow und Nikolai Patruschew, dem Sekretär des Sicherheitsrates der Russischen Föderation.

„Die Typen, die es tun, werden es so geheim halten, dass Putin sie nicht findet und zuerst tötet“, sagt Hoffman weiter: „Es wird ganz plötzlich passieren. Und er wird tot sein.“ The Daily Beast verweist zwar auf den britischen Geheimdienst, wonach Putin Kritiker aus seinem Umfeld an den Rand gedrängt und politisch aussortiert habe.

Putsch gegen Wladimir Putin? Kreml-Kritiker berichtet von „Unruhe“ im Moskauer Machtzirkel

Dennoch schließt Russland-Kenner Hoffman einen Putsch in Moskau nicht aus. „Der Grund, warum er versucht, Alexej Nawalny zu töten - und weshalb er möglicherweise Boris Nemzow und andere Oppositionspolitiker getötet hat - ist nicht, weil diese Typen wichtig sind“, meint Ex-CIA-Agent Hoffman: „Er muss zeigen, dass er der skrupelloseste Typ ist. Und wenn er es nicht ist, dann werden ihn seine Jungs entfernen.“ Er ist nicht der einzige Beobachter, der mit dem Putsch-Szenario argumentiert.

Russlands Kommando im Ukraine-Krieg: Verteidigungsminister Sergei Schoigu (li.) und Präsident Wladimir Putin (Mi.).
Russlands Kommando im Ukraine-Krieg: Verteidigungsminister Sergei Schoigu (li.) und Präsident Wladimir Putin (Mi.). © Mikhail Klimentyev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

„Die Entmachtung wird kommen“, sagte Kreml-Kritiker Leonid Wolkow Mitte Mai in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Im inneren Machtzirkel sei die „Unruhe“ enorm groß, erzählte der ehemalige Mandatsträger der Jekaterinburger Stadtduma damals.

Der 41-Jährige gilt als ein Vertrauter des inhaftierten Putin-Kritikers Nawalny. Ein Großteil der politischen und wirtschaftlichen Elite sei gegen den Ukraine-Krieg, erklärte der oppositionelle Politiker dem RND, viele seien „regelrecht geschockt“ gewesen. Die Folge sei ein angeblich enormer „Druck auf Putin, der ihn früher oder später das Amt kosten werde“, meinte Wolkow.

Putsch gegen Wladimir Putin? Ukraine-Militärgeheimdienst sieht Anzeichen

Es sind Worte, die in Kiew gehört werden. „Der Putsch in Moskau hat begonnen“, sagte dieser Tage der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes im Interview mit Sky News. Generalmajor Kyrylo Budanov erklärte: „Wir wissen alles über unseren Feind. Wir kennen ihre Pläne, zumeist schon, wenn sie gemacht werden.“ Unabhängig überprüfen lässt sich seine Einschätzung nicht. Ein Putsch gegen Putin? Auch der selbsterklärte Kreml-Experte Igor Sushko schrieb jüngst beim Kurznachrichtendienst Twitter von angeblichen Plänen für eine Entmachtung des Staatsoberhauptes.

Der Putsch in Moskau hat begonnen.

Generalmajor Kyrylo Budanov, ukrainischer Militärgeheimdienst

Wird Wladimir Putin nach seinem Ukraine-Überfall also als politischer Verlierer dastehen? Wegen einer umstrittenen Verfassungsreform könnte der 69-Jährige theoretisch bis 2036 regieren. Nach der ursprünglichen Verfassung wäre seine Amtszeit 2024 vorüber gewesen. Doch auch das wollte Putin nicht akzeptieren. Ein Fehler? (pm)

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