+
Wladimir Putin wird nicht bei der Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz dabei sein.

70. Jahrestag der Befreiung

Putin verzichtet auf Auschwitz-Gedenken in Polen

Oswiecim/Moskau - Zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz kommt viel politische Prominenz zur Gedenkfeier. Der russische Präsident Wladimir Putin reist nicht an.

Der russische Präsident Wladimir Putin reist nicht zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz durch sowjetische Truppen nach Polen. Putin habe keine Einladung zu einer Gedenkfeier in Polen bekommen, sagte sein Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau der Agentur Interfax.

Zu dem Termin werden Staatsoberhäupter, Regierungschefs und Minister aus zahlreichen Staaten erwartet, darunter Bundespräsident Joachim Gauck. Pawel Sawicki, der Sprecher der Gedenkstätte, sagte am Dienstag, Russland werde von seinem Botschafter in Warschau repräsentiert.

Soldaten der Roten Armee hatten das Lager, das weltweit als Symbol des Holocausts gilt, am 27. Januar 1945 befreit. Die Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Befreiung des größten deutschen Vernichtungslagers wird von der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau organisiert. Im Vordergrund sollen die Stimmen der Überlebenden stehen. Politische Reden sind nicht vorgesehen.

Fast 30 Länder schicken Vertreter zur Gedenkfeier

Nach Angaben der Gedenkstätte schicken nach bisherigen Informationen fast 30 Länder Vertreter zu der Gedenkfeier. Aus Frankreich reist Staatspräsident François Hollande an, Polen wird durch Präsident Bronislaw Komorowski vertreten.

Aus Belgien und den Niederlanden kommen sowohl das Königspaar als auch die Regierungschefs nach Auschwitz-Birkenau, um der mehr als eine Million hier ermordeter Menschen zu gedenken.

Andere Staaten sind mit Außenministern, Parlamentsvorsitzenden oder Thronfolgern vertreten. Die für die Gedenkstätte wichtigsten Ehrengäste sind rund 300 ehemalige Auschwitz-Häftlinge. „Wir müssen klar sagen: Das ist der letzte runde Jahrestag, den wir in der Anwesenheit einer größeren Gruppe Überlebender begehen können“, sagte Piotr Cywinski, der Direktor der Gedenkstätte.

Der tschechische Präsident Milos Zeman hatte Putin jedoch zu einer Veranstaltung nach Prag eingeladen. Hierzu machte Peskow keine Angaben. Der Kremlchef messe Gedenkveranstaltungen zum Zweiten Weltkrieg außerordentliche Bedeutung bei, erklärte er.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Noch mehr "sichere Herkunftsstaaten"
Die Bundesregierung will, dass die Liste der "sicheren Herkunftsländer" länger wird. Das Vorhaben steht auch im "Masterplan Migration" von Bundesinnenminister Seehofer. …
Noch mehr "sichere Herkunftsstaaten"
Habeck: Besitzer von Brachflächen zum Bauen verpflichten
Berlin (dpa) - In Regionen mit Wohnungsnot sollten Besitzer von Brachflächen nach Ansicht des Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck zum Bauen von Häusern verpflichtet werden.
Habeck: Besitzer von Brachflächen zum Bauen verpflichten
Spahn setzt bei Pflegereform auch auf Betreuungsdienste
Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Pflegekräfte entlasten, indem künftig bestimmte Leistungen auch durch reine Betreuungsdienste übernommen werden …
Spahn setzt bei Pflegereform auch auf Betreuungsdienste
SPD: Seehofer für ausreisepflichtige Gefährder zuständig
Nach der umstrittenen Abschiebung des mutmaßlichen islamistischen Gefährders Sami A. nach Tunesien hat die SPD ein stärkeres Engagement des Bundes gefordert.
SPD: Seehofer für ausreisepflichtige Gefährder zuständig

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.