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Der mutmaßliche Terrorhelfers Ralf Wohlleben beim NSU-Prozess in München.

Anwalt wird „Nazi-Jargon“ vorgeworfen

Wohlleben-Antrag sorgt für Eklat im NSU-Prozess

München - Ein Antrag der Verteidigung des mutmaßlichen Terrorhelfers Ralf Wohlleben hat am Mittwoch für einen Eklat im NSU-Prozess gesorgt. 13 Nebenkläger verließen aus Protest den Saal.

Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler warf Wohllebens Verteidiger Olaf Klemke anschließend vor, „Nazi-Jargon“ zu verwenden.

Klemke hatte am Mittwoch bei dem Prozess vor dem Oberlandesgericht in München beantragt, einen Fachmann für „Demografie“ als Zeugen zu laden und belegen zu lassen, dass den Deutschen angesichts „massenhaften Zuzugs Nichtdeutscher“ der „Volkstod“ drohe. Daimagüler sagte, darin werde das „rassistische, zutiefst menschenverachtende Denken sehr deutlich“. Genau das habe zu den Morden des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ geführt.

In dem Prozess ist Beate Zschäpe wegen Mittäterschaft an der NSU-Mordserie angeklagt. Ihre mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt sollen die unmittelbaren Täter gewesen sein. Das Motiv für fast alle Taten war laut Bundesanwaltschaft Rassenhass.

Mundlos und Böhnhardt sollen sich im November 2011 nach einem missglückten Banküberfall das Leben genommen haben. Der Mitangeklagte Wohlleben soll die Mordwaffe vom Typ „Ceska“ organisiert haben.

dpa

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