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Wolfgang Bosbach fordert eine gerechtere Verteilung von Flüchtlingen in Europa.

Zuwanderung aus Krisenregionen

Bosbach: Flüchtlinge gerechter in EU verteilen

Berlin - Wolfgang Bosbach (CDU) sagt, dass Flüchtlinge gerechter auf die Länder der EU verteilt werden sollten. Manche Staaten wie Malta seien überfordert, andere hätten Platz.

In der Debatte um die Zuwanderung aus Krisenregionen in die Europäische Union hat der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge gefordert. "Bei der Aufnahme von Asylbewerbern und Kriegsflüchtlingen brauchen wir innerhalb der Europäischen Union dringend sowohl einheitliche Standards als auch eine gerechte Verteilung der damit verbundenen Lasten", sagte Bosbach der Zeitung "Die Welt" vom Donnerstag.

Da Deutschland und Schweden fast die Hälfte aller Flüchtlinge aufnähmen, könne von einer gerechten Verteilung der Lasten keine Rede sein.

Bosbach: EU könnte sich jetzt als echte Union erweisen

"Während kleine Staaten wie zum Beispiel Malta überfordert sind, bleiben größere Staaten wie Portugal, Spanien, Italien, aber auch Polen weit hinter ihren Möglichkeiten zurück", sagte Bosbach. Er verwies auf ein Modell des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration für eine "faire Lastenverteilung", die sich unter anderem nach Bevölkerungszahl, Wirtschaftskraft und Arbeitslosenzahlen richtet. "Hier könnte die EU sich wirklich einmal als echte Union beweisen und gemeinsam ein Problem lösen, das jeder Nationalstaat alleine nicht lösen kann", sagte Bosbach.

Aufnahme von Flüchtlingen ist am Donnerstag EU-Thema

Die EU-Innenminister beraten am Donnerstag in Luxemburg unter anderem über die wachsende Zahl von Flüchtlingen, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen. In der Frage fordert insbesondere Italien als eines der Hauptzielländer mehr Unterstützung von den EU-Partnern. Für Deutschland nimmt Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) an dem Treffen teil.

AFP

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