+
Wolfgang Schäuble

Finanzmarktregulierung

Schäuble: "Rückgewinnung von Vertrauen"

Frankfurt am Main - Der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat das deutsche Finanzsystem auf weitere Regulierungsschritte eingestimmt.

„Wir werden den Weg der Rückgewinnung von Vertrauen konsequent über längere Zeit weitergehen müssen“, sagte Wolfgang Schäuble beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse AG am Montagabend in Eschborn.

Seit 2008 verfolge die Politik eine ehrgeizige Regulierungsagenda, um Systemrisiken zu verringern. „Wir tun dies möglichst international eingebettet, und wir versuchen es immer mit Augenmaß mit Blick auf die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit unseres Standortes zu tun.“ Dies sei aber nicht immer möglich, weil nicht alle Staaten immer gleich mitziehen.

Für viele Ordnungsfragen in der globalisierten Welt gebe es daher noch keine umfassenden Antworten auf internationaler Ebene. Aber der Unwilligste dürfe nicht das Tempo bestimmen, betonte Schäuble: „Wenn wir mit einer solchen Logik - ja nicht vorangehen, auf den Langsamsten warten - beim Aufbau unserer rechtsstaatlichen Ordnungen oder der Durchsetzung der Menschenrechte vorangegangen wären, sähe die Welt heute nicht besser aus.“

Das Kabinett der großen Koalition

Das ist das Kabinett der Großen Koalition

Der Vorstandschef der Deutschen Börse, Reto Francioni, lehnt zusätzliche Regulierungen der Finanzmärkte nicht kategorisch ab. „Ich bin ein Anhänger guter Regulierung. Aber die Betonung liegt auf gut, auf professionell“, sagte er. Deutschland stehe in einem globalen Regulierungswettbewerb, deshalb seien nationale Alleingänge falsch. Zudem müssten neue Regulierungen stets mit Augenmaß vorangetrieben werden: „Strukturwandel ist nötig, aber der Strukturwandel muss auch bezahlbar und realistisch sein. Er darf nicht auf Kosten derer gehen, denen er eigentlich nutzen soll: den Anlegern und den Unternehmen der Realwirtschaft.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Juso-Chef in München: Ausgerechnet ein CSU-Wähler will ihn von GroKo überzeugen
Juso-Chef Kevin Kühnert ist das Gesicht der GroKo-Gegner in der SPD. Während die Partei entscheidet, tourt er durch Deutschland, um letzte unentschlossene Genossen zu …
Juso-Chef in München: Ausgerechnet ein CSU-Wähler will ihn von GroKo überzeugen
SPD-Votum zur GroKo erreicht Mindestbeteiligung
Der SPD-Mitgliederentscheid hat das nötige Beteiligungsquorum bereits erreicht. Parteiführung wie GroKo-Gegner versuchen weiter, einen Ausgang jeweils in ihrem Sinne zu …
SPD-Votum zur GroKo erreicht Mindestbeteiligung
Merkel will EU-Mittel für Länder mit vielen Flüchtlingen
Dieser EU-Sondergipfel war nur der Auftakt: Der Haushaltsstreit in der Europäischen Union fängt jetzt erst richtig an. Aber vorerst gibt man sich zufrieden, denn es …
Merkel will EU-Mittel für Länder mit vielen Flüchtlingen
US-Botschaft in Jerusalem soll im Mai eröffnen
Washington (dpa) - Die neue US-Botschaft in Jerusalem soll nach Plänen der Regierung von Präsident Donald Trump schon im Mai dieses Jahres eröffnet werden. Das …
US-Botschaft in Jerusalem soll im Mai eröffnen

Kommentare