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Finanzminister Wolfgang Schäuble wetterte gegen Martin Schulz.

„Postfaktische Methoden“

Schäuble wirft Schulz Populismus vor und vergleicht ihn mit Trump

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Berlin - Finanzminister Schäuble teilt in einem Interview kräftig gegen SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz aus. Er wirft ihm populistische Parolen vor - und vergleicht ihn mit Donald Trump.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat dem Spiegel ein Interview gegeben und dabei harte Worte gegen den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz gewählt. Es würde Schulz gut tun, wenn er „mal ein bisschen nachdenken“ würde, so Schäuble: Martin Schulz stelle das Land als gespalten dar. Dies seien populistische Beschwörungen, findet Schäuble, der seit fast 45 Jahren die Bundespolitik mitbestimmt. 

Auch dass Schulz sich als Kämpfer gegen das Establishment darstelle, geht dem Bundesfinanzminister gegen den Strich. "Herr Schulz ist doch kein Underdog, der irgendwo aus dem Wald kommt", sagte Schäuble. "Der Mann saß jahrzehntelang im Europäischen Parlament, zuletzt als Präsident. Wenn das kein Establishment ist, was denn dann?"

Vergleich mit Donald Trump

Schäuble ging sogar so weit, Schulz mit dem neuen US-Präsidenten Donald Trump zu vergleichen: "Wenn Schulz seine Unterstützer 'Make Europe great again' rufen lässt, dann ist das fast wortwörtlich Trump", so Schäuble in dem Interview.  Schulz folge der „postfaktischen“ Methode, die auch Trump im US-Wahlkampf betrieb. 

"In einer Zeit, in der weltweit die Versuchung durch den Populismus zugenommen hat, dürfen Politiker nicht so reden wie Herr Schulz", sagte Schäuble. Den Deutschen gehe es besser als seit langem. Dies hatte Schäuble auch schon bei seinem Auftritt bei Sandra Maischberger am Mittwoch erklärt, und sich angesichts neuer Herausforderungen für Deutschland sehr gelassen gegeben.

SPD-Politiker schießen zurück

Führende SPD-Politiker griffen Schäuble nach seinen Aussagen scharf an. In der CDU herrsche offensichtlich „Panik“, weil Umfragen-Liebling Schulz den Nerv der Bürger treffe: „Schäuble sinkt auf Trump-Niveau: unsachlich und hysterisch. Peinlich!“, schrieb SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann im Kurznachrichtendienst Twitter. 

SPD-Parteivize Ralf Stegner meinte, wenn Schäuble Schulz „mit dem großmäuligen US-Präsidentendarsteller“ Trump gleichsetze, „brennt es im Konrad-Adenauer-Haus lichterloh“.

Seitdem die SPD vor knapp zwei Wochen Schulz als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl ausgerufen hat, gehen die Umfragewerte steil nach oben. In einer Forsa-Umfrage für „Stern“ und RTL legte die SPD auf 31 Prozent zu, die Union kam auf 34 Prozent. In einer Insa-Umfrage im Auftrag der „Bild“-Zeitung hatte die SPD die Union zuletzt sogar überholt (31 zu 30 Prozent).

Mit Auszügen aus dpa

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