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Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Simone Fleischmann.

Begriffe wie "Schwemme" sind negativ besetzt

Wortwahl bei Flüchtlingen: Lehrer-Chefin rügt Politiker

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München - "Schwemme" oder "Lawine": Die Präsidentin des Lehrerverbands BLLV, Simone Fleischmann, hat die Wortwahl vieler Politiker in der Flüchtlingsdebatte scharf kritisiert.

"Flüchtlinge als Schwemme, Gefahr, Problematik - all diese Wörter sind negativ besetzt", sagte sie im Interview mit dem "Münchner Merkur". Auch der Begriff Flüchtlingskrise sei falsch, besser sei es, neutral von flüchtlingsthematik zu sprechen. "Die Gesellschaft muss aufpassen, wie sie mit dem Thema umgeht", mahnte die Vorsitzende des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands. Sie selbst habe ihre Mitglieder "darüber informiert, welche begrifflichen Ausdrucksweisen wir uns wünschen würden." Sie gestand ein, dass die Reaktionen "nicht nur positiv" gewesen seien - der Verband sei auch als Sprachpolizei kritisiert worden. Aber "wir als Schule haben eine Vorbildfunktion. Da ist es wichtig, dass sich die Lehrer nicht im Ton vergreifen".

Thementage zur Flüchtlingspolitik gefordert

An den Schulen sollten nun Thementage zur Flüchtlingspolitik stattfindet, fordert Fleischmann. Für die Integration der Flüchtlingskinder in den bayerischen Schulen findet Fleischmann höchstes Lob. "Die Staatsregierung hat die Forderung der Opposition und auch des BLLV getoppt und 168 Millionen Euro bewilligt. Das ist ein absolut positives Signal, da kann ich nur den Hut ziehen."

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