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Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hat sich vor dem Landgericht in Hannover vehement gegen den Vorwurf der Korruption verteidigt.

Erster Verhandlungstag beendet

Wulff: "Vorwurf empört mich außerordentlich"

Hannover - Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hat sich vor dem Landgericht in Hannover vehement gegen den Vorwurf der Korruption verteidigt.

In einer mehr als halbstündigen Erklärung versicherte er zum Prozessauftakt am Donnerstag, er habe dem mitangeklagten Filmmanager David Groenewold nie einen Vorteil gewährt: "Der Vorwurf empört mich außerordentlich." Wulff attackierte in seiner Einlassung wiederholt die umfangreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft als persönliche Belastung für seine ganze Familie: "Das hat zu Verletzungen geführt, sie haben jeden privaten Winkel meines Lebens ausgeforscht."

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Wulff und Groenewold sind wegen Vorteilsgewährung und Vorteilsannahme angeklagt. Die Staatsanwaltschaft will beweisen, dass Groenewold mit über 700 Euro eine private Reise der Familie Wulff zum Oktoberfest nach München im September 2008 sponserte für Hotel, Kinderbetreuung und Mahlzeiten. Wulff soll sich im Gegenzug beim Siemens-Konzern schriftlich für die finanzielle Förderung eines Filmprojekts von Groenewold eingesetzt haben.

Einen entsprechenden Brief gibt es nach Wulffs Aussage tatsächlich. Allerdings beschrieb Wulff den Vorgang als normale Arbeit eines Ministerpräsidenten. Der Brief sei auch nicht von ihm selbst verfasst worden, sondern von Mitarbeitern der Staatskanzlei: "Keine Zeile ist von mir."

"Causa Wulff": Bilder vom Prozessauftakt

"Causa Wulff": Bilder vom Prozessauftakt

Wulff wie Groenewold schilderten in ihren Einlassungen eine langjährige persönliche Freundschaft. Man habe sich etwa in Zeiten von Beziehungskrisen gegenseitig geholfen. Groenewold bestätigte erneut, er habe Wulff von den Zuzahlungen im Hotel nichts erzählt. Wulff hat laut eigener Einlassung davon erst um die Jahreswende 2011/2012 erfahren, als Journalisten recherchierten.

Wulff sagte, er sehne sich nach Ruhe, fügte aber hinzu: "Mir geht es in diesem Verfahren um Gerechtigkeit." Unter Hinweis auf die massive Berichterstattung der vergangenen knapp zwei Jahre stellte er fest: "Ich verlasse mich darauf, dass das Recht am Ende stärker ist als Stimmungen."

afp

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