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Xi will Zusammenarbeit mit Putin bei Energie ausbauen – Russland plant offenbar Gas-Union

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Von: Marcus Giebel

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Wladimir Putin (l.) und Xi Jiping stehen nebeneinander und schauen sich an
Rücken noch ein bisschen enger zusammen: Chinas Präsident Xi Jinping (r.) will bei Energiefragen die Zusammenarbeit mit Kreml-Chef Wladimir Putin intensivieren. © IMAGO / ITAR-TASS

China und Russland schließen wohl eine noch engere Kooperation. Das deutet Xi Jinping an. Es geht für Pekings starken Mann aber auch um saubere und grüne Energie.

München - Xi Jinping reicht Wladimir Putin einmal mehr die Hand. Der chinesische Präsident, dessen rigorose Corona-Maßnahmen im eigenen Land Proteste ausgelöst haben, zeigte sich laut der Nachrichtenagentur Xinhua bereit dazu, die Zusammenarbeit mit Russland in der Energiepolitik zu intensivieren. Dies gehe aus einem Grußschreiben an das 4. chinesisch-russische Wirtschaftsforum für Energie hervor.

Weiter heiße es darin, die Kooperation im Energiebereich sei „ein wichtiger Eckpfeiler der praktischen Zusammenarbeit“ zwischen Peking und Moskau. Zudem spricht Xi demnach von einer „positiven Kraft für die Aufrechterhaltung der globalen Energiesicherheit“.

China und Russland: Reaktion auf G7-Plan mit Preisobergrenze für russisches Öl?

Derweil betont die Nachrichtenagentur Reuters in dem Zusammenhang den Plan der G7-Staaten, ab dem 5. Dezember eine Preisobergrenze für russisches Öl zu aktivieren, die es Putin erschweren soll, seinen Ukraine-Krieg zu finanzieren. Immer wieder wird damit auch die Hoffnung verknüpft, den Kreml-Chef international zu isolieren.

Doch mit Xi scheint der wohl wichtigste Verbündete weiter fest an seiner Seite zu stehen. Chinas Staatsoberhaupt wird allerdings auch nachgesagt, er habe von Putins Invasions-Plänen bereits im Vorfeld gewusst und diese gebilligt.

Video: Proteste in China - „Nieder mit Xi Jinping“

Xi sucht Nähe zu Putin: Auch saubere und grüne Energie soll vorangetrieben werden

Die intensivierte Kommunikation und Koordination führt Xi auf „externe Risiken und Herausforderungen“ zurück. Daher seien auch wichtige Kooperationsprojekte vorangetrieben worden. Dies habe „die starke Widerstandsfähigkeit der chinesisch-russischen Energiekooperation und weitreichende Perspektiven der umfassenden strategischen Partnerschaft zwischen beiden Ländern für eine neue Ära“ unter Beweis gestellt.

Immerhin zeigte sich Xi demnach auch offen, gemeinsam mit Russland die Entwicklung sauberer und grüner Energie zu forcieren. Zugleich sollen „die internationale Energiesicherheit und die Stabilität der Industrie- und Versorgungsketten“ gewährleistet werden. Ziel seien „neue Beiträge zur langfristigen, gesunden und nachhaltigen Entwicklung des globalen Energiemarktes“.

Putin grüßt China: Kreml-Chef sieht „komplizierte internationale Lage“

Auch Putin sendete ein Grußschreiben an die Teilnehmer des Forums. Darin spricht er von einer „komplizierten internationalen Lage“. Bei der sich stetig weiterentwickelnden Partnerschaft mit China bleibe „der Energiebereich stets einer der wichtigsten und dynamischsten Bereiche unserer wirtschaftlichen Zusammenarbeit“. Es sei „gelungen, die bilateralen Beziehungen in den Bereichen Öl und Gas, Kohle und Stromerzeugung auf ein sehr hohes Niveau zu bringen“.

Derweil berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf den russischen Vizeministerpräsidenten Alexander Novak, Russland würde mit Usbekistan und Kasachstan über eine Gas-Union beraten. Es gehe darum, sich untereinander zu versorgen, aber auch an Drittländer wie China zu liefern. Putin scheint also trotz der Sanktionen aus dem Westen keinerlei Schwierigkeiten zu haben, seine Rohstoffe weiter zu verkaufen - auch an Abnehmer, die ihm im Ukraine-Krieg klar die Stirn bieten. (mg)

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