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Yanis Varoufakis' Homestory in einem französischen Klatschmagazin empfinden viele Menschen als Provokation.

Ganz schlechtes Timing

Spott für Varoufakis wegen Hochglanz-Homestory

Athen - Mit einer Hochglanz-Homestory inmitten der tiefen Finanzkrise seines Landes hat der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis Spott und Kritik auf sich gezogen.

Im Kurznachrichtendienst Twitter gab es am Freitag zahlreiche kritische Kommentare über die Fotos von Varoufakis, die das französische Klatsch-Magazin "Paris Match" veröffentlicht hatte. Sie zeigen den Linkspolitiker strahlend in seiner Athener Wohnung, etwa wie er in einem figurbetonten schwarzen T-Shirt am Klavier sitzt.

Eine ganze Reihe von Fotos zeigen Varoufakis mit seiner Frau Danae auf ihrer Dachterrasse mit Blick auf den Parthenon-Tempel auf der Akropolis. Varoufakis und seine Frau im kurzen grünen Kleid ließen sich in verliebter Pose ablichten sowie beim Salatessen und Weintrinken auf ihrer begrünten Terrasse. Von Krisenstimmung ist bei diesen Bildern nichts zu spüren, wie einige Twitter-Nutzer anmerkten.

"Die humanitäre Krise in Athen", kommentierte Chris Giles vom britischen Wirtschaftsblatt "Financial Times" die Fotoreportage. Ähnlich ironisch fiel der Kommentar von Simon Nixon von der US-Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal" aus: "Krise, welche Krise?"

Beißender Spott kam von einem Twitter-Nutzer namens @MrJohnSarlis, der sich laut fragte, ob Varoufakis und seine Frau "die Aussicht von ihrer Terrasse zeigen, um sie zu vermieten". @lillyinfidel schrieb, ob die Foto-Reportage denn wirklich "so kitschig" habe sein müssen. Andere Twitter-Nutzer erinnerten daran, dass der Wirtschaftswissenschaftler Varoufakis vor seiner Ernennung zum Finanzminister der linksgerichteten Syriza-Regierung sich selbst einmal als "gelegentlicher Marxist" bezeichnet hatte.

Schlechtes Timing: Homestory erschien nach Treffen der Euro-Finanzminister

Im scharfen Kontrast zu der Fotostrecke stehen überdies Varoufakis' Interview-Äußerung in "Paris Match". "Ich misstraue dem Star-System", sagte er. "Dass ich nun Teil davon bin, ist für mich eine große Quelle der Besorgnis und der Unzufriedenheit." Er wolle sich aber nicht gegen dieses "Star-System" auflehnen, "denn es bekämpfen, heißt, es in Gang halten". Er könne "ihm nur den Sauerstoff entziehen", sinnierte der für seinen unkonventionellen Kleidungsstil bekannte Minister.

Die Homestory erschien kurz nach einem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Am Rande hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor Journalisten von einem Gespräch mit Varoufakis berichtet, in dem dieser sich offenbar über den Umgang der Medien mit ihm beklagte. Schäuble kommentierte dies nach eigenen Angaben unter anderem mit den Worten: "Also, dass er jetzt plötzlich naiv in Sachen Kommunikation wäre, hab ich ihm gesagt, das ist mir ganz neu. Aber man lernt ja nie aus."

AFP

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